PAULA MODERSOHN-BECKER – 100 Jahre

Die Kunsthalle Bremen zeigt bis zum 24. Februar 2008 Meisterwerke der Künstlerin in einer großen Sonderausstellung. Zum 100. Todestag von Paula Modersohn-Becker wurde zudem am 20. November 2007 in den Wallanlagen hinter der Kunsthalle Bremen ein Denkmal für die Künstlerin enthüllt.


Das Denkmal ist der bronzene Abguss einer Modersohn-Becker-Büste, die die Bildhauerin Clara Westhoff 1908 geschaffen hatte. Das Original der Büste befindet sich in der Bremer Kunsthalle.

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Kunsthalle Bremen | bis 24.2.2008

Paula Modersohn-Becker und die Kunst in Paris um 1900

Pressetext: Kunsthalle Bremen

Sie war eine Pionierin der Moderne in Deutschland und eine Künstlerin von Weltrang: Zum 100. Todestag von Paula Modersohn-Becker präsentiert die Kunsthalle Bremen 61 herausragende Gemälde und zahlreiche Zeichnungen der Malerin in einer großen Sonderausstellung. Viermal reiste Paula Modersohn-Becker nach Paris und begegnete dort den Künstlern der französischen Avantgarde um 1900. Diese bestätigten sie auf ihrem eigenen Weg zu einer radikal modernen Bildsprache. Die Ausstellung zeigt erstmals in direkten Gegenüberstellungen die Berührungspunkte in Paula Modersohn-Beckers Werk mit Künstlern wie Cézanne, Gauguin und Van Gogh, den „Nabis“ sowie Picasso und Matisse in 33 Gemälden und Skulpturen.

Sehnsucht nach der Weltstadt
‚Paris war ein Fixpunkt im Leben von Paula Modersohn-Becker (1876-1907). Bereits 1898, kurz nach ihrer Ankunft in der ländlich-abgeschiedenen Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen, äußerte sie den Wunsch, Europas pulsierende Kunstmetropole zu besuchen und reiste in der Neujahrsnacht 1900 zum ersten Mal dorthin.

Leuchtende Farben, vereinfachte Formen
In Paris sah Paula Modersohn-Becker in Ausstellungen und bei Kunsthändlern die Werke bedeutender Künstler wie Cézanne oder Gauguin. Zeitgenossen wie Rodin und Maillol lernte sie persönlich kennen. Wie die Ausstellung in Bremen verdeutlicht, fühlte sich die junge Malerin durch ihre Pariser Kunsterlebnisse in ihrer höchst modernen Kunstauffassung bestätigt und auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen inspiriert: Konsequent und eigenständig entwickelte sie nun ihre eigene Bildsprache jenseits von Naturalismus und Impressionismus weiter. Sie verwendete zunehmend leuchtende, flächig aufgetragene Farben und kam zu einer ausdrucksstarken Formensprache von großer Einfachheit.

Entscheidenden Einfluss auf Paula Modersohn-Beckers Entwicklung hatten vor allem Cézanne und Gauguin. Am 21. Oktober 1907, kurz vor ihrem Tod, schrieb sie ihrer Freundin Clara Rilke-Westhoff:

„Ich denke und dachte diese Tage stark an Cézanne und wie das einer von den drei oder vier Malerkräften ist, der auf mich gewirkt hat wie ein Gewitter und ein großes Ereignis“.

Paula Modersohn-Becker ist eine der bedeutendsten Malerinnen zu Beginn der Moderne. Und doch: Bis heute wurde vor allem der Aufbruch der Männer-Moderne wahrgenommen: Cezanne, Gauguin, van Gogh, Munch, Picasso, Rodin und andere. Doch ohne Paula Modersohn-Becker und einige andere Künstlerinnen sähe die Kunst des frühen zwanzigsten Jahrhunderts anders aus.

Paula Modersohn-Becker Paris - Leben wie im Rausch. Biografie

PUBLIKATION
Paula Modersohn-Becker
Paris – Leben wie im Rausch. Biografie

Gebundene Ausgabe
300 Seiten
Sprache: Deutsch
22 x 15,4 x 3 cm

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Zum 100. Todestag der Künstlerin, am 20. November 2006, erscheint von der Kunsthistorikerin Renate Berger die Schilderung der prägendsten und aufregendsten Zeit der Künstlerin: die „Pariser Jahre“ zwischen 1900 und 1907.

Begleitet wird sie bei ihren zahlreichen Aufenthalten in der französischen Metropole von der Freundin und Malerin Clara Westhoff, der Ehefrau Rainer Maria Rilkes. Die Stadt an der Seine ist ein Abenteuer, eine Flucht aus der Enge der deutschen Provinz in eine Welt, in der die Sprache der Kunst neu erfunden wurde, und die Modersohn-Becker schließlich in Worpswede auf die ihr eigene Weise weiterentwickeln wird. Paris ist aber auch der Ort, an dem Paula Modersohn-Becker ganz zu sich findet und ihr Leben endgültig selbst in die Hand nimmt.

So steht sie auch am Anfang einer sehr aktuellen, unaufgeregten und zugleich entschiedenen Selbstbefreiung der moderner Frauen.

Radikal moderne Stillleben und Figurenbilder

Tagebücher und Briefe dokumentieren, wie wichtig die Erlebnisse in Paris für die Künstlerin waren. Doch mit welchen Kunstrichtungen kam sie ganz konkret in Berührung? Wo zeigen ihre Arbeiten auch motivische und stilistische Parallelen zu Künstlern, die sie in ihren Aufzeichnungen nicht erwähnte?

Die Präsentation in der Kunsthalle Bremen geht diesen Fragen nach. Sie konzentriert sich dabei vor allem auf Paula Modersohn-Beckers besonders herausragende Stillleben und Figurenbilder aus den Jahren 1900 bis 1907. In zahlreichen Gegenüberstellungen werden diese mit Werken der französischen Avantgarde konfrontiert: Ein Spannungsbogen, der von den „Vätern der Moderne“, Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh, über die Künstlergruppe der „Nabis“ bis zu jüngsten Gegenwartskünstlern der Zeit wie Henri Matisse und Pablo Picasso reicht und die Bedeutung Paula Modersohn-Beckers eindrucksvoll unterstreicht.


 

Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn — Ein Künstlerpaar um 1900

Niedersächsisches Landesmuseum Hannover | bis 24.02.2008

Die Beziehung zwischen Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn ist geprägt von einer fruchtbaren wie auch spannungsreichen Auseinandersetzung mit der künstlerischen Arbeit des anderen. Anhand von rund 150 Gemälden und Handzeichnungen wird in der Ausstellung der Frage nachgegangen, wie die beiden einander in ihrer jeweiligen künstlerischen Entwicklung beeinflusst haben.

Eine repräsentative Gegenüberstellung beider Künstler ist nun erstmals möglich, da die bedeutenden Werkgruppen des Landesmuseums Hannover durch Leihgaben aus der Kunsthalle Bremen, der Kunstsammlungen Böttcherstraße/Paula Modersohn-Becker Museum Bremen, der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung Bremen, dem Von der Heydt-Museum Wuppertal, dem Otto Modersohn Museum in Fischerhude sowie aus zahlreichen weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen ergänzt werden.

Aus der ersten Begegnung mit Paula Becker 1898 entwickelte sich in der folgenden Zeit eine tiefe menschliche Zuneigung, die im intensiven schöpferischen Austausch der beiden Künstler ihren Ausdruck fand. Ausgehend von dem gemeinsamen Erlebnis der Entdeckung der Landschaft Worpswedes und der in ihr lebenden Menschen, strebten beide – in der Abneigung gegen Konvention, Pathos und Veräußerlichung – Einfachheit an, als malerisches Programm und als menschliche Haltung.

Die zunächst von Otto Modersohn allein, dann gemeinsam mit seiner Frau erarbeitete Maxime „Das Ding an sich in Stimmung“ wurde schließlich zu einem von beiden oft gebrauchten Schlüsselbegriff für eine neue Gegenständlichkeitsauffassung. Otto Modersohn empfand den Gegensatz ihrer künstlerischen Anschauungen als dankbare Ergänzung und gegenseitige Anregung.

Bekannt wurde Otto Modersohn als Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede. Er hat ein umfangreiches malerisches und zeichnerisches Werk hinterlassen, welches in der Tradition der französischen Freilichtmalerei des 19. Jahrhundert, der Schule von Barbizon, steht. Bereits früh revoltierte Modersohn gegen den Akademismus und entwickelte sich zu einem unabhängigen Einzelgänger, der seine künstlerischen Ziele mit den Begriffen Einfachheit, Intimität und Innerlichkeit definierte und seine kreative Kraft aus der geistigen Versenkung in die Natur schöpfte.

DVD | So weit und groß — Die Natur des Otto Modersohn

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Stereo), Englisch (Stereo)
Untertitel: Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 78 Minuten

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Höhepunkt des Films bilden die gemeinsamen, künstlerisch hoch anregenden, aber auch konfliktreichen Jahre mit Paula Modersohn-Becker (1876-1907). »Wie ich ihr von dem Intimen geben kann — so sie mir vom Großen, Freien, Lapidaren schwärmte Modersohn«.

»Es brennt in mir ein Verlangen, in Einfachheit groß zu werden«, fühlte sie. Als Künstlerin und Ehefrau rang sie stets um ihre Freiheit und gehört als Wegbereiterin der modernen Malerei in Europa zu den außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Kunstgeschichte am Beginn des 20. Jahrhunderts. Schon früh erkannte Otto Modersohn: »Sie hat etwas ganz seltenes. Keiner kennt sie, keiner schätzt sie — das wird anders werden«.

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