Chuck Close | Erwiderte Blicke. Porträts

In Kooperation mit dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia in Madrid präsentiert das Ludwig Forum in Aachen bis 2. September 2007 eine Ausstellung mit 28 großformatigen Arbeiten aus allen Schaffensphasen des Künstlers.

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Der amerikanische Künstler Chuck Close (*1940) zählt international zu den führenden Vertretern einer Malerei, die sich an der sichtbaren Wirklichkeit orientiert und daraus Bilder von faszinierender Eigenständigkeit gewinnt.

Chuck Close tritt vor allem mit großformatigen Porträts an die Öffentlichkeit, die in ihrer Detailtreue ebenso atemberaubend sind wie in ihrer magischen Gesamtwirkung als zeitgenössische Ikonen des menschlichen Antlitzes. Dabei gelingt es ihm, in der Verbindung von Fotografie und malerischer Umsetzung eine intensive Bildwahrnehmung zu erzeugen, die sowohl dem Betrachter unvergesslich bleibt als auch den Dargestellten in ein Abbild von zwingender Gültigkeit überführt.

| Chuck Close
| Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
| bis 02. September 2007

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Chuck Close Work

KATALOG | Chuck Close – Work

Hardcover, linen,
370 pages, 29.0 x 34.0 cm,
315 colour illustrations,
50 b/w illustrations
English

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Now available in a newly revised and expanded edition, this book offers the definitive critical examination of one of America’s most celebrated living artists.

Chuck Close reinvented portraiture more than four decades ago with a series of nine-foot-tall, black-and-white likenesses of himself and fellow artists, which astonished an art world dominated by Minimalism and Conceptualism. Close has since explored the possibilities implicit in his original breakthrough in an array of media. This lavish, large-format volume deals with all aspects of Close’s career and places them in a biographical context. Christopher Finch’s insight into Close’s achievement comes by way of hundreds of studio visits and thousands of hours of conversation since he met Close in 1968. The author provides an engaging, in-depth analysis of Close’s portraits on canvas, from the continuous-tone airbrushed heads of the 1960s and 1970s to the painterly “prismatic grids” of the past decades. Featuring 365 illustrations, the book surveys almost all of Close’s paintings, including his most recent work, together with a selection of prints and multiples and examples of his photographic oeuvre. This beautifully designed volume reveals not only the variety of pictorial strategies Close has devised, but also the extraordinary personality of the artist behind the work.

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Chuck Close, Mitbegründer des Fotorealismus, ist einer der bedeutendesten lebenden Künstler Amerikas. Seine monumentalen Portraits sind in allen bedeutenden Museen und Sammlungen der Welt vertreten. Zum ersten Mal erscheint jetzt eine Monographie, die das gesamte Spektrum seines Werkes zeigt, von den frühen Schwarz-Weiß-Arbeiten bis hin zu den farbigen Portraits jüngerer Zeit. Nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit dem Künstler ist das Chuck Close-Buch entstanden.

close-richard.jpgRichard
1969
Acryl auf Leinwand
274 x 213 cm

Sammlung Ludwig

Mit desinteressiertem Gesichtsausdruck, halb offen stehendem Mund, Bartstoppeln, wirrem Haar, Lederjacke und geöffnetem Hemd – und vor allem riesengroß – blickt „Richard“ herablassend auf den Betrachter hinunter. Auf den ersten Blick scheint es sich um die monumentale Vergrößerung eines Passfotos zu handeln. Der Fokus im Bereich der Augen und die Unschärfen vor allem der Kleidung, die Frontalaufnahme in schwarz-weiß vor hellem Hintergrund und der Ausschnitt sind Indizien dafür. Die harte Ausleuchtung und der grobkörnige Abzug lassen den Abgebildeten unvorteilhaft erscheinen, ebenso wie die Untersicht, der gläserne Blick und die nachlässige  Haltung. Die überdimensionale Vergrößerung, die die Haut grobporig erscheinen lässt, betont diesen Eindruck. Während die Fotografie in den 60er Jahren offiziell noch ‚Objektivität‘ und ‚Realitätstreue‘ für sich in Anspruch nahm, wird sie nun als inszeniertes, manipulierendes Medium entlarvt. [Ludwig Forum | Annette Lagler]

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