Hamburger Kunsthalle – Ausstellungen 2022

Die drei nahe der Alster gelegenen, markanten Gebäude der Hamburger Kunsthalle beherbergen eine der wichtigsten öffentlichen Kunstsammlungen Deutschlands. Die Kunsthalle ist eines der wenigen Häuser, die einen Rundgang durch acht Jahrhunderte Kunstgeschichte ermöglichen.

Mehr als 700 Werke sind ständig ausgestellt. Schwerpunkte bilden die norddeutsche mittelalterliche Malerei mit den Altären von Meister Bertram und Meister Francke, die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts mit den umfangreichen Werkgruppen von Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Adolph Menzel und Max Liebermann sowie die Klassische Moderne mit Werken von Max Beckmann, Wilhelm Lehmbruck, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch und Paul Klee. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst geben unterschiedliche zeitgenössische Positionen der Hamburger Kunsthalle eine gewichtige Stimme im aktuellen Kunstgeschehen.


AUSSTELLUNGSPROGRAMM


Styrsky Toyen Deka1929 1200 700x350 Hamburger Kunsthalle 8211 Ausstellungen 2022

TOYEN

Ausstellung: 24. September 2021 bis 13. Februar 2022

Im Herbst möchte die Kunsthalle die erste Einzelausstellung zu TOYEN (Marie Cermínová , 1902–1980) zeigen. Das faszinierende Œuvre der bedeutendsten und einflussreichsten tschechischen Künstlerin des 20. Jahrhunderts nimmt eine einzigartige Stellung in der von Männern dominierten Kunstszene der tschechischen Avantgarde ebenso wie im internationalen Surrealismus ein. Rund 300 Exponate aus allen Schaffensphasen geben tiefe Einblicke in TOYENs außergewöhnliches Werk und Leben. Die Leihgaben für diese Highlight-Schau kommen aus großen europäischen Museen und Privatsammlungen.


W buettner rosenscharmuetzel 1 700x350 Hamburger Kunsthalle 8211 Ausstellungen 2022

WERNER BÜTTNER.
Last Lecture Show

Ausstellung: 15. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Einen starken lokalen Bezug bringt die erste Einzelausstellung zu Werner Büttner (*1954) mit sich: Die Kunsthalle ehrt den Maler anlässlich seiner Verabschiedung nach über 30 Jahren Lehrtätigkeit als Professor für Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. WERNER BÜTTNER. Last Lecture Show präsentiert rund 100 Ölgemälde und Collagen aus den frühen 1980er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart, die das menschliche Tun und Sein ohne Rücksicht auf Tabus mit knisterndem Humor kommentieren.

„Büttners Kunstbegriff ist realistischer. Die einzige Wahrheit der postrevolutionären Phase lautet: die Taktik des Überlebens gilt auch für die Kunst. (…) Büttner verwendet also seine Bilder als Kampfformel, seine Malerei als Kampfmittel, mit denen er sich zur Wehr setzt, mit denen er angreift und sich verteidigt. Er greift alles und jeden an, auch sich selbst und die Malerei. (…) Daher tragen seine Arbeiten so wunderbare, ironische Titel wie Probleme des Minigolfs in der europäischen Malerei (1982/1983). Seine Arbeiten sind ’Propaganda gegen alles’, ’Rebellische Umdeutung gemeiner Wahrheiten’.“

(Peter Weibel)

VON MENZEL BIS MONET

Ausstellung: 12. November 2021 – 27. Februar 2022

Die Hamburger Sammlung Wolffson beleuchtet die bislang kaum erforschte qualitätsvolle Sammlung Wolffson, ihre Stellung in der Sammlungslandschaft der Hansestadt und das Verhältnis von Albert Martin Wolffson (1847–1913) zur Kunsthalle. Zahlreiche Werke der Sammlung mussten im Nationalsozialismus veräußert werden. Die Ausstellung trägt sie wieder zusammen, ergänzt um kunstgewerbliche Objekte, Fotografien und Archivalien.


Klasse Gesellschaft. Alltag im Blick niederländischer Meister.
Mit Lars Eidinger und Stefan Marx

Ausstellung: 26. November 2021 – 27. März 2022

Die Kunstschau widmet sich einem Kapitel einer der facettenreichsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte: Der Genremalerei des holländischen und flämischen 17. Jahrhunderts. Ausgangspunkt der mit rund 150 Werken groß angelegten Schau ist der hochkarätige Bestand der Kunsthalle, der um bedeutende Leihgaben ergänzt wird. Die beiden zeitgenössischen Künstler Lars Eidinger und Stefan Marx werden die Themen und Motive der Alten Meister mit neuen Arbeiten reflektieren.


FUTURA
Vermessung der Zeit

14. Januar – 10. April 2022

Den Auftakt des Ausstellungsjahres 2022 macht die Ausstellung FUTURA, bei der sich rund 30 internationale Künstler*innen den grundlegenden Fragen rund um Zeitlichkeit, Nachhaltigkeit und Visionen stellen. Die Kunstwerke treten in überraschende Dialoge über Jahrhunderte und Disziplinen hinweg. Ausgangspunkt ist die Tropfsteinmaschine (1996-2496) von Bogomir Ecker (*1950) anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens. Sie durchzieht die Galerie der Gegenwart vom Dach bis zum Sockelgeschoss und bildet über einen Zeitraum von 500 Jahren einen Tropfstein.


Ab Mitte Februar werden in der großen Ausstellung something new, something old, something desired aus der bedeutenden Sammlung der Kunst der Gegenwart neueste Erwerbungen und Schenkungen im Dialog mit wichtigen Arbeiten präsentiert, die bereits länger die Sammlung bereichern. Sie werden um besondere Leihgaben ergänzt, die auf der Wunschliste des Museums für eine dauerhafte Übernahme stehen. Die spannungsvolle Zusammenstellung zeigt auf beeindruckende Weise, wie enorm vielstimmig die Kunst der Gegenwart ist.


NAY paar mit schmetterlingen 1000 Hamburger Kunsthalle 8211 Ausstellungen 2022
ERNST WILHELM NAY (1902-1968), Ausschnitt, 
Paar mit Schmetterlingen, 1939, Öl auf Leinwand, 90 x 115 cm, Sammlung Alexejew-Brandl
© Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Foto: Melissa Castro Duarte London

Ernst Wilhelm Nay

25. März – 07. August 2022

Ab März wird es erstmals an der Hamburger Kunsthalle eine umfassende Einzelausstellung zu Ernst Wilhelm Nay (1902–1968), einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, geben. Es ist zugleich die erste Retrospektive des Künstlers seit 30 Jahren. Nays kraftvolle, farbintensive Bilder gelten als Brücke zwischen der Kunst vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie verbinden Expressionismus, Abstraktion und die gestische Malerei nach 1945 sowie die deutsche mit der internationalen Moderne. Mit rund 120 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen präsentiert die Ausstellung Nays komplexes Werk in allen Phasen.


Give and Take. Bilder über Bilder

19. Mai – 28. August 2022

veranschaulicht anhand von rund 20 künstlerischen Positionen Prozesse des Austauschs und der Aneignung von Bildmaterial in der zeitgenössischen Fotografie. Bilder zirkulieren und migrieren über geografische, kulturelle und soziale Grenzen hinweg. Die Kontexte, in der ein und dieselbe Fotografie heute erscheint, haben sich potenziert und damit auch ihre Wirkung. In fotografischen, filmischen und installativen Arbeiten reagieren die Künstler*innen auf Bilder, die aus einer anderen Zeit stammen oder für einen anderen Zweck entwickelt wurden, und holen sie in unsere Gegenwart.


Atmen

19. Mai – 28. August 2022

Die groß angelegte Themenausstellung atmen beschäftigt sich im Herbst mit den unterschiedlichen Facetten des Atmens und seiner Darstellung in der Kunst der Alten Meister und der Gegenwart. Rund 100 Werke werden miteinander in spannungsreiche, teils epochenübergreifende Dialoge gebracht. Die Schau verdeutlicht die Kraft und Vielfalt des Themas und dessen aktuelle gesellschaftspolitische und globale Relevanz. Die ungewöhnlich große Ausstellungsfläche von rund 1.600 m2 erstreckt sich durch viele Gebäudeteile der Hamburger Kunsthalle und reicht hinaus in ihre Außenbereiche.


MAX LIEBERMANN 1847 1935 Simson und Delila 1902 Frankfurt am Main Staedel Museum Hamburger Kunsthalle 8211 Ausstellungen 2022
MAX LIEBERMANN (1847–1935), Simson und Delila, 1902, Ausschnitt, 
Frankfurt am Main, Städel Museum

Femme fatale.
Von der Männerfantasie zur weiblichen Emanzipation

19. Mai – 28. August 2022

Mit der Schau Femme fatale. Von der Männerfantasie zur weiblichen Emanzipation beleuchtet die Hamburger Kunsthalle zum Ende des Jahres 2022 die Transformationen des schillernden wie brisanten Mythos der »Femme fatale« vom 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Ausstellung geht den Erscheinungsformen eines auf sein unheilbringendes Potenzial hin verdichteten Frauentypus ebenso nach, wie sie den Mythos kritisch hinterfragt. Epochenübergreifend sind rund 140 Exponate zu erleben – von den englischen Präraffaeliten über den Symbolismus, den Impressionismus, den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit bis hin zur Pop Art, der feministischen Avantgarde und zu aktuellen außereuropäischen Positionen.


HAMBURGER KUNSTHALLE

www.hamburger-kunsthalle.de/

Ihre verschiedensten digitalen Formate zur Teilhabe und zur Gewinnung von Einblicken in die Ausstellungen und die Sammlung bietet die Hamburger Kunsthalle weiterhin an und baut diese weiter aus: Es gibt einen 360-Grad-Rundgang, Filme, Audioshows, Online-Werkverzeichnisse und Live-Führungen – teils mit aktiven Beteiligungsmöglichkeiten für die Nutzer via Chat-, Sprach- und Videofunktionen. Zu den neuesten Formaten zählen u. a. Ausstellungs-Einführungen in deutscher und englischer Sprache, Online-Kurator:innenführungen sowie praktische Formate für Familien.


SOCIAL MEDIA anonym mit Hilfe des c't-Projektes Shariff

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