Städel Museum Frankfurt – Ausstellungen 2022

1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland.
Unter einem Dach bietet die Sammlung des Städel einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, über 4.600 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken.

Höhepunkte der Sammlung bilden Werke von Künstlern wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer, Sandro Botticelli, Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Claude Monet, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans und Isa Genzken.


AUSSTELLUNGSPROGRAMM


Rembrandt selbtbildnis 1634 St del Museum Frankfurt 8211 Ausstellungen 2022
Rembrandt Harmensz van Rijn (1606–1669)
Selbstbildnis mit Samtbarett und einem Mantel mit Pelzkragen, 1634, Detail
Eichenholz, 58,4 × 47,7 cm
Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie – Christoph Schmidt

NENNT MICH REMBRANDT!
Durchbruch in Amsterdam

6. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022

In einer großen Ausstellung thematisiert das Städel Museum gemeinsam mit der National Gallery of Canada erstmals Rembrandts Aufstieg zu internationalem Ruhm in seinen Jahren in Amsterdam. Die Schau vereint den Städel-Bestand an Werken Rembrandts, darunter die Blendung Simsons (1636), mit herausragenden Leihgaben internationaler Sammlungen u. a. aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Berlin, der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, der National Gallery in London, dem Museo del Prado in Madrid oder der National Gallery of Art in Washington. Darüber hinaus tritt Rembrandts Kunst in einen unmittelbaren Dialog mit den Meisterwerken der älteren und jüngeren Künstler seiner Zeit, darunter Nicolas Eliasz. Pickenoy und Bartholomeus van der Helst oder die Rembrandt-Schüler Govaert Flinck und Ferdinand Bol.
Im Zentrum der Ausstellung werden Gruppierungen eng verwandter Gemälde stehen, die Rembrandts Rolle und die seiner Zeitgenossen in diesem kreativen Netzwerk verdeutlichen.


Andreas Mühe.
Stories of Conflict

16. Februar bis 19. Juni 2022

Mit Andreas Mühe und Ugo Rondinone präsentiert das Städel Museum 2022 zwei wichtige Künstler der Gegenwartskunst. Andreas Mühe zählt zu den bekanntesten Fotokünstlern in Deutschland. In seinen Fotografien befasst er sich mit soziologischen, historischen und politischen Themen, die er in besonderen Umgebungen mit dramatischem Licht unter großem Aufwand inszeniert. Es sind die Auseinandersetzungen mit Brüchen in der Gesellschaft, mit Gewalt, mit deutsch-deutscher Identität sowie die Befragung seiner selbst und der eigenen, komplexen Familiengeschichte, die sein Schaffen bestimmen. Das Städel Museum präsentiert vom 16. Februar bis zum 19. Juni 2022 bekannte und unbekannte Werkzyklen aus dem Œuvre des Fotografen.


RENOIR. ROCOCO REVIVAL.
Der Impressionismus und die französische Kunst des 18. Jahrhunderts

  1. März bis 19. Juni 2022

Ab dem 2. März bis zum 19. Juni 2022 befasst sich das Städel Museum in einer groß angelegten Sonderausstellung erstmals intensiv mit den überraschenden Bezügen Renoirs zur Malerei des Rokoko. Galt diese nach der Französischen Revolution als frivol und unmoralisch, so erlebte sie im 19. Jahrhundert eine Renaissance und war zu Lebzeiten Renoirs überaus präsent. Als Porzellanmaler ausgebildet, war er selbst bestens mit der Motivwelt von Künstlern wie Antoine Watteau, Jean-Baptiste Siméon Chardin, François Boucher und Jean-Honoré Fragonard vertraut, und teilt mit dem Rokoko die Vorliebe für bestimmte Themen. „Renoir. Rococo Revival“ stellt die komplexe Rezeptionsgeschichte des Rokoko im 19. Jahrhundert in Frankreich umfassend vor. Durch treffende Gegenüberstellungen der Kunst Renoirs mit Werken des 18. Jahrhunderts sowie seiner Zeitgenossen – Edgar Degas, Édouard Manet, Claude Monet und Berthe Morisot – entsteht ein Überblick über die vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Rokoko im Impressionismus.


Into the New. Menschsein:
Von Pollock bis Bourgeois

  1. April bis 17. Juli 2022

Ugo Rondinone

24. Juni bis 30. Oktober 2022

Es sind groteske Wesen, die das Publikum im Städel Garten ab dem 24. Juni 2022 empfangen werden. Der Schweizer Künstler Ugo Rondinone verwandelt den markanten Hügel über den Gartenhallen in eine sonderbare Landschaft. In der Werkgruppe Sunrise. East ordnet Rondinone jedem Monat einen Kopf mit charakteristischen und gleichsam stark reduzierten Gesichtszügen zu. Überlebensgroß und in silbern glänzendem Aluminium gefasst, sind die klobigen Skulpturenköpfe auf ihre Mimik reduziert. Sie lösen die unterschiedlichsten Assoziationen aus, lassen an rituelle Masken und Geister, aber auch an die Bildsprache von Comics, Emoticons oder Memes denken.


Ottilie roederstein selbstbildnis mit hut 1904 St del Museum Frankfurt 8211 Ausstellungen 2022
Ottilie W. Roederstein - Selbstbildnis mit weißem Hut, 1904, 
Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum

FREI. SCHAFFEND.
Die Malerin Ottilie W. Roederstein

20. Juli bis 16. Oktober 2022

Nach der pandemiebedingten Verschiebung ist vom 20. Juli bis zum 16. Oktober 2022 die umfassende Retrospektive über Ottilie W. Roederstein im Städel Museum zu sehen. Roederstein gehörte die zu den herausragenden Künstlerinnen der Zeit um 1900. Als freischaffende Porträtmalerin behauptete sie sich im männlich dominierten Kunstbetrieb und setzte sich selbstbewusst über die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen hinweg. Ihr facettenreiches Werk spiegelt zahlreiche Tendenzen der Moderne wieder: von der akademischen Kunst über Experimente mit der altmeisterlichen Temperamalerei bis hin zu impressionistischen, symbolistischen und neusachlichen Stilelementen. Das Schaffen Roedersteins ist von der Geschichte des Städel Museums und der Stadt Frankfurt nicht zu trennen. Ihre eigenen Werke fanden schon zu Lebzeiten Eingang in die Städel Sammlung und nur wenige Meter lagen zwischen ihrem Atelier in der Städelschule und dem Museum.


Vor Dürer.
Der frühe Kupferstich (vorläufiger Titel)

28. September 2022 bis 8. Januar 2023


Guido Reni.
Die Schönheit des Göttlichen (vorläufiger Titel)

23. November 2022 bis 5. März 2023

Den Jahreshöhepunkt 2022 bildet die Wiederentdeckung des einstigen Malerstars des italienischen Barock, Guido Reni in Kooperation mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid. Im 19. Jahrhundert aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben verachtet und später durch die einseitige Konzentration auf seinen zeitweisen Rivalen Caravaggio in die zweite Reihe verdrängt, hat Guido Reni (1575–­1642) heute im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient. Reni war zu seiner Zeit einer der erfolgreichsten und gefeiertsten Maler Europas, begehrt bei den bedeutendsten Auftraggebern, zu denen etwa der Borghese-Papst Paul V., der Herzog von Mantua oder die englische Königin zählten. In seiner Kunst übersetzte Reni wie kein anderer die Schönheit des Göttlichen in Malerei – gleich ob es sich um den christlichen Himmel oder die antike Götterwelt handelte. Neben herausragenden Leihgaben bekannter internationaler Sammlungen präsentiert die Schau vom 23. November 2022 bis zum 5. März 2023 auch eine Reihe von neu entdeckten und noch nie ausgestellten Werken Renis.


STÄDEL MUSEUM FRANKFURT

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POSTANSCHRIFT
Städel Museum
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