DENNIS HOPPER – The Lost Album

Die Ausstellung zeigt bis 17. Dezember 2012 über vierhundert Vintage-Fotografien von Dennis Hopper — entstanden in den 1960er Jahren. In fünf Kisten, vergessen und verborgen, sind sie nach seinem Tod ans Licht gekommen. Es gibt keinen Zweifel, dass diese Arbeiten definitiv jene sind, die Hopper aus der unendlichen Fülle der Fotografien, die zwischen 1961 bis 1967 entstanden sind, für seine erste große Fotografieausstellung persönlich ausgewählt hat.

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Die Aufnahmen dokumentieren wie er mit Henry T. Hopkins, dem damaligen Museumsdirektor, genau jene Arbeiten im Jahr 1970 im Fort Worth Art Center Museum, Texas, installiert. Noch nie sind diese Arbeiten in Europa gezeigt worden. Das nun aufgetauchte Konvolut ist ein Schatz. Kleine Tafeln, manchmal rückseitig nummeriert, mit kurzen Notizen von Hoppers Hand und Spuren des Gebrauchs, aufgezogen auf Karton, ohne Rahmen, ohne Glas — so waren sie, direkt an die Wand montiert.

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Martin-Gropius-Bau, Berlin | 20. September bis 17. Dezember 2012

Dennis Hopper – The Lost Album

Vintage-Fotografien aus den 1960er Jahren

Pressetext: Martin-Gropius-Bau, Berlin | www.gropiusbau.de

Es sind legendäre Bilder, spontan, intim und poetisch wie dezidiert politisch, scharf beobachtend; Dokumente einer aufregenden Epoche, ihrer Protagonisten und Milieus. Diese Fotografien spiegeln die Atmosphäre jener Zeit. Sie sind illustre Zeugnisse der dynamischen kulturellen Szene Amerikas in den sechziger Jahren. Auf den Betrachter haben sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft und nehmen ihn mit in die 1960er Jahre, das Jahrzehnt des Umbruchs.

Viele dieser Bilder sind heute Ikonen: die Portraits von Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Paul Newman oder Jane Fonda. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Themen. Dennis Hopper ist interessiert an allem. Wo immer er ist, in Los Angeles, New York, London, Mexiko oder Peru, mit großem Einfühlungsvermögen, enthusiastisch und voller Neugierde beobachtet er aufmerksam. Er sucht und liebt den „essentiellen Moment“.

Hopper fotografierte Menschen seiner Zeit: Schauspieler, Künstler, Musiker, Hippies, Filmleute. Eindrucksvoll sind seine Aufnahmen vom „street life“ in Harlem, von Friedhöfen in Mexiko und Stierkämpfen in Tijuana. Hopper begleitete Martin Luther King auf dem Marsch von Selma nach Montgomery/Alabama. Er verwandelt das Alltägliche, Vernachlässigte in Bilder von Schönheit und Stille, als würde er den Abstrakten Expressionismus der Malerei in die Sprache der Fotografie transformieren.

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DENNIS HOPPER

„Zunächst einmal möchte ich sagen, dass der Mythos, ich hätte begonnen, Photograph und Maler zu sein, bevor ich Schauspieler wurde, unzutreffend ist. Ich habe alles gleichzeitig gemacht. Es war also nicht entweder das eine oder das andere. Ich war achtzehn, als ich von Warner Brothers unter Vertrag genommen wurde, sodass ich mein erstes Geld mit der Schauspielerei verdiente, nicht mit der Malerei oder der Photographie.

Sobald ich zu einem Filmset kam, war mir klar, dass das Filmemachen die größte Kunstform des 20. Jahrhunderts ist. Keine andere Kunstform beinhaltet Photographie, Schriftstellerei, Schauspielkunst, Bühnenbildnerei, Architektur, Musik, Literatur … das Filmemachen war alles auf einmal. Für mich war das Wichtigste, eine Methode zu fi nden, um die künstlerische Suche zu einem Teil der Filmindustrie von Hollywood zu machen, als Schauspieler wie als Regisseur.“ [ Dennis Hopper, Los Angeles, November 2007 ]

Wie kaum ein anderer repräsentiert er die emotional aufgeladene Zeit der kulturellen Revolution der 1960er Jahre. Er war begabt, selbstbewusst, radikal: „the definitive Hollywood Rebel“. Protagonist des Provokanten, des Exzentrischen, Exzessiven und des Schöpferischen. Hopper war Schauspieler, Regisseur und Autor — manchmal alles zugleich wie in Easy Rider (1969), The Last Movie (1971) oder Out of the Blue (1980). Er schrieb Gedichte, malte und schuf Skulpturen, inspiriert von Zeitgenossen wie Robert Rauschenberg oder Jasper Johns. Er förderte und sammelte die neue Kunst vor allen anderen und spielte so eine einflussreiche Rolle in der jungen Szene von Los Angeles um Edward Kienholz, Ed Ruscha, Larry Bell oder Wallace Berman. In Hoppers und Brooke Haywards Haus begegneten sich kalifornische Avantgarde und Hollywoods Filmwelt. Zwischen 1961 und 1967 konzentrierte sich Hopper ganz auf die Fotografie.

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KATALOG  Dennis Hopper, The Lost Album

KATALOG | Dennis Hopper, The Lost Album.
Vintage-Fotografien aus den 1960er Jahren
von Petra Giloy-Hirtz mit einem Vorwort von Gereon Sievernich
und Texten von Dennis Hopper und Brooke Hayward.

Gebundenes Buch, Leinen
244 Seiten
583 s/w – Abbildungen
Sprache: Deutsch
30,8 x 25,6 x 2,8 cm

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Dennis Hopper war als Fotograf ein unermüdlicher Chronist seines Umfelds. Von 1961 bis 1967 hat er unzählige Fotografien aufgenommen. 400 davon wählte er für seine erste große Fotoausstellung 1969/70 im Fort Worth Art Museum, Texas, aus. Diese Vintage-Prints, in Kisten verpackt und für Jahrzehnte vergessen, wurden nach seinem Tod wiederentdeckt und sind jetzt erstmals in Europa zu sehen. Die Originalvorlagen wurden digitalisiert, wobei Gebrauchs- und Alterungsspuren sichtbar blieben, wie auch Notizen und Anmerkungen des Künstlers. Dies verleiht der Kollektion eine einmalige Aura des Persönlichen und Unmittelbaren. Es sind legendäre Bilder, spontan, intim und poetisch, dabei auch dezidiert politisch und scharf beobachtend.

 

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VIDEO | Dennis Hopper: Photographs 1961-1967

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Collector’s Edition | Dennis Hopper: Photographs 1961-1967

Dennis Hopper: Photographs, 1961-1967 (Limited Edition Boxed)

Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Multilingual Edition: English, French, German
Hardcover in einer Schlagkassette,
33 x 44 cm, 546 Seiten

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Die Collector’s Edition ist auf 1500 nummerierte und signierte Exemplaren limitiert.

Die umfangreiche Auswahl dieses Bandes, die Hopper zusammen mit dem Galeristen Tony Shafrazi vornahm, versammelt die Höhepunkte seiner Karriere als Fotograf. Mehr als ein Drittel der Fotografien wurde noch nie zuvor veröffentlicht. Mit einführenden Texten von Tony Shafraziund Walter Hopps, dem legendären Förderer der Kunst der amerikanischen Westküste, einer detaillierten Biografie Hoppers von der Journalistin Jessica Hundley sowie Auszügen aus Interviews, die Victor Bockris mit den von Hopper porträtierten Stars, seiner Familie und seinen Freunden führte, gibt dieses Buch einen umfassenden Einblick in die Ansichten und Erlebnisse einer der faszinierendsten Persönlichkeiten Amerikas.

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THE LOST ALBUM

[ Gelatine Silver Vintage Prints von 1970 | Sammlung The Dennis Hopper Art Trust ]

Über vierhundert Fotografien sind nach seinem Tod ans Licht gekommen. Hopper hatte sie für seine erste Fotografie-Ausstellung 1970 im Fort Worth Art Center Museum, Texas, ausgewählt. Sie zeigen die Spuren des Gebrauchs: Fingerabdrücke, Kratzer, Verfärbungen, eine zerfaserte Ecke oder leichte Delle. Aufgezogen auf Karton, rückseitig nummeriert und mit Notizen von Hoppers Hand, waren sie ohne Rahmen und Glas durch kleine Holzleisten direkt an die Wand montiert. Die Hängung im Martin-Gropius-Bau ist der ursprünglichen Installation von 1970 nachempfunden. Die Vintage Prints, hoch- und querformatig, haben eine ähnliche Größe von etwa 24 x 16 cm; zwanzig sind von größerem Format (ca. 33 x 23 cm). Von den 429, die Hopper für seine erste Ausstellung ausgesucht hatte, sind elf verschollen; sie werden durch einen neuen Abzug erkennbar ersetzt.

Die Kunstszene von Los Angeles

Walter Hopps und Edward Kienholz gründeten im März 1957 die Galerie FERUS – 736A North La Cienega Boulevard. FERUS war Underground, ein verrückter Club mit Ausstellungen, Lesungen und Modenschauen. „Die Eröffnungen waren wild, jeder hatte einen Mordsspaß und niemand verdiente etwas dabei.“

Hopper ging zu jeder Eröffnung, er war bei Performances und Happenings dabei, ob bei Oldenburgs Los-Angeles-Performance Autobodys 1963, bei Robert Rauschenbergs Performance Pelican, die 1966 auf der Eisbahn von Culver City stattfand, oder bei Allan Kaprows Fluids 1967, als dieser mit Hilfe von Freunden an verschiedenen Orten in Los Angeles Eisblöcke zu Gehäusen schichtete.

Claes Oldenburg hatte 1966 für jeden Gast der Hochzeitsparty von Jim Elliot, Kurator am Los Angeles County Museum of Art, ein Stück Hochzeitstorte aus Gips gemacht, das rückseitig von ihm gestempelt war. Diesen Stempel trug Rauschenberg auf seiner Zunge, als Hopper ihn auf der Hochzeit fotografierte.

Zur Hochzeit von Jane Fonda und Roger Vadim 1965 fuhr Hopper nach Las Vegas. Einige der Aufnahmen, wie die des New Yorker Künstlers James Rosenquist, entstanden in der Billboard Factory Foster & Kleiser, andere, wie die der Kuratoren Henry T. Hopkins und Maurice Tuchman sowie das der Byrds, im Los Angeles County Museum of Art. Den Sammler Donald Factor fotografierte er vor der Coca-Cola-Fabrik, Terry Southern und Robert Fraser und andere am Strand von Malibu.

1958 zeigte die Ferus Galerie Sonia Gechtoff in zwei Gruppenausstellungen. 1958 zog sich Kienholz aus der Galerie zurück, Irving Blum übernahm. Hopps verließ Ferus 1962 und wurde Direktor des Pasadena Art Museums. Im Frühjahr 1959 hatte Robert Irwin seine erste Einzelausstellung bei Ferus, Jasper Johns 1960, Kenneth Price 1960, Llyn Foulkes 1961. Bruce Conner präsentierte 1962 Assemblagen und „boxes“, Andy Warhol 1962 seine Campell’s-Soup-Cans-Gemälde. Ed Ruscha, Roy Lichtenstein und Frank Stella waren 1963 in einer Gruppenschau zu sehen.

Claes Oldenburg und Martial Raysse stellten bei Virginia Dwan, die eine Galerie in Westwood eröffnet hatte, aus, Niki de Saint Phalle und der Schweizer Jean Tinguely in der Everett Ellin Gallery am Sunset Boulevard. John McCracken hatte seine erste Einzelschau 1965 in der Nicholas Wilder Gallery. Ron Davis, der zwischen 1965 und 1971 in Los Angeles lebte, war zusammen mit Larry Poons ein Vertreter des Hard Edge und des Colorfield Painting. Peter Voulkos hatte am Otis College of Art and Design in Los Angeles das Art Ceramics Department gegründet.

Bruce Conner is posing in front of his film exhibition poster at Haselwood’s apartment. Dennis Hopper shot the poster photograph. Conner went into the gym ‚Bruce Conner’s Physical Services‘ and demanded they take down their sign because he was the real Bruce Conner. They refused, so Conner returned with the women witnesses shown on the poster to prove he was the real Bruce Conner. They still refused to remove their sign, so he returned again and presented hundreds of buttons to the owner of the gym that read „I am not Bruce Conner“. Bruce was wearing the only button that read „I am Bruce Conner“.

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