Helene Schjerfbeck Die Malerin aus Finnland HELENE SCHJERFBECK

HELENE SCHJERFBECK

Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 11. Januar 2015
Helene Schjerfbeck Stille 1907 l auf Leinwand1 HELENE SCHJERFBECK
Helene Schjerfbeck, Stille, 1907, 
Öl auf Leinwand, 45.5 x 36 cm, 
Art Foundation Merita, Helsinki, Foto Art Foundation MeritaSeppo Hilpo, 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Die wichtigste finnische Künstlerin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Helene Schjerfbeck (1862—1946), wird von der SCHIRN in einer Einzelausstellung präsentiert. Ihre Arbeiten zeugen von einer beeindruckenden Intensität. Während ihrem malerischen Werk in Skandinavien eine breite Aufmerksamkeit zuteil wird, ist es im Ausland bisher wenig beachtet.


Die Ausstellung konzentriert sich auf Aspekte der Wiederholung des Motivs und auf das Arbeiten nach Bildvorlagen, die Schjerfbecks gesamtes OEuvre durchziehen und sowohl die Ende des 19. Jahrhunderts in realistischer Manier gemalten Bilder als auch die zu einer vereinfachten und abstrahierten Formensprache gelangten späten Werke einschließen.

Dabei spielen die eindrucksvollen Selbstporträts, die sie von den 1880er-Jahren bis zu ihrem Tod 1946 schuf, ebenso eine zentrale Rolle wie die Arbeiten, in denen die Künstlerin eigene Motive wiederholt oder prominente Arbeiten anderer Künstler wie El Greco oder Hans Holbein aufgreift und sich motivisch aneignet. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem finnischen Nationalmuseum, dem Ateneum Art Museum. Sie zeigt mehr als 80 Arbeiten aus dem Ateneum sowie aus zahlreichen anderen öffentlichen und privaten Sammlungen.

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Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 11. Januar 2015

HELENE SCHJERFBECK

Pressetext: Schirn Kunsthalle, Frankfurt

DIGITORIAL | vermittelt die wesentlichen Ausstellungsinhalte.
Helene Schjerfbeck Die Malerin aus Finnland HELENE SCHJERFBECK

PUBLIKATION | Helene Schjerfbeck.
Die Malerin aus Finnland

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
Mit zahlreichen farbigen Abbildungen
464 Seiten
Insel Verlag
Sprache: Deutsch
14,7 x 3,1 x 22,1 cm

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In Skandinavien wird sie als eine der bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts gefeiert, in Deutschland ist sie spätestens seit der vielgerühmten Ausstellung in der Frankfurter Schirn 2014 keine Unbekannte mehr: Helene Schjerfbeck. Barbara Beuys schildert das dramatische und stürmische Leben der Malerin, in dem über tausend Bilder entstehen – Selbstporträts, Stillleben, Landschaften, vor allem aber Porträts moderner junger Frauen.


Die in Deutschland für viele noch zu entdeckende, aber in Skandinavien, besonders in Finnland — dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2014 — hoch geschätzte und als nationale Ikone gefeierte Schjerfbeck hat in über 60 Jahren ein umfangreiches, eindrückliches Werk geschaffen, in dessen Mittelpunkt die menschliche Figur steht: Bildnisse junger Frauen mit modischen Accessoires, Männerakte, Protagonisten in Historienbildern und vor allem sie selbst in zahlreichen Selbstporträts.

Anfänglich dem naturalistischen Realismus zugewandt, entwickelte sich Helene Schjerfbeck zu einer modernen, avantgardistischen Künstlerin mit einer reduzierten Formensprache und Farbpalette. Trotz einer deutlichen Tendenz zur Abstraktion blieb sie vornehmlich der figürlichen Malerei verbunden. Schjerfbecks gesamtes Œuvre ist durch die Wiederholung von Motiven sowie das Arbeiten nach Bildvorlagen gekennzeichnet, die sie zu hybriden Bildfiguren zusammensetzt.

Diese Prinzipien werden sowohl in ihren eindringlichen Selbstporträts als auch in zahlreichen Werken sichtbar, in denen sie Motive von bedeutenden alten Meistern wie etwa Hans Holbein d. J. und El Greco oder von Zeitgenossen wie Constantin Guys aufgreift. Zudem schuf sie außergewöhnliche Frauenbildnisse, die auch ihr gesteigertes Interesse an der Mode der Zeit verdeutlichen — ein Aspekt, der in der kunsthistorischen Forschung bislang wenig beachtet wurde und nun erstmals in der Schirn-Ausstellung näher beleuchtet wird.

Schjerfbeck reizte die Porträtmalerei, jedoch nicht in ihrem ursprünglichen Sinn. Vielmehr kehrte die Künstlerin die klassische Funktion des Porträts um, indem sie mit ihren Bildnissen eben nicht die Individualität der oder des Dargestellten abbildete. Vielmehr spiegeln die Porträts durch stete Neuinterpretation Schjerfsbecks individuelle Bildidee wider.

Die von der Schirn in Kooperation mit dem Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery organisierte Ausstellung versammelt herausragende Leihgaben aus dem Ateneum und öffentlichen Sammlungen sowie selten zugängliche, eindrucksvolle Kunstwerke aus Privatsammlungen.

Helene Schjerfbeck Die Genesende 1888 92 x 107 cm C3 96l auf Leinwand Ateneum Art Museum Finnish National Gallery Helsinki C2 A9 VG Bild Kunst Bonn 2014 HELENE SCHJERFBECK
Helene Schjerfbeck - Die Genesende, 1888, 92 x 107 cm, Öl auf Leinwand, 
Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Bereits im Alter von elf Jahren machte Helene Schjerfbeck als Wunderkind mit genialen Zeichnungen auf sich aufmerksam. Sie wird in die renommierte Mal- und Zeichenschule von Helsinki aufgenommen und provoziert mit sensiblen Historienbildern – eine Sensation, denn das war bisher Männersache. Sie erhält großzügige Stipendien, malt in Paris, im bretonischen Pont-Aven und in der Künstlerkolonie von St. Ives in Cornwall. Ihre Bilder hängen im Pariser Salon und auf Weltausstellungen.

Als sie sich weigert, ihre Malerei in den Dienst des finnischen Nationalismus zu stellen, wird sie zur Außenseiterin. Erst eine Ausstellung in Helsinki bringt 1917 den Durchbruch in Finnland, eine Einzelausstellung 1937 in Stockholm ist ein Triumph, der Schjerfbecks Ruhm als Meisterin der Moderne in Skandinavien begründet.


VIDEO | HELENE SCHJERFBECK – Schirn Video


SCHIRN KUNSTHALLE

HELENE SCHJERFBECK

bis 11. Januar 2015

Öffnungszeiten
Di, Fr—So 10—19 Uhr, Mi und Do 10—22 Uhr
Montag geschlossen

EINTRITT: 9 €, ermäßigt 7 €; Familienticket 18 €;

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Di 17 Uhr, Mi 11 Uhr, Do 19 Uhr, Sa 15 Uhr, So 17 Uhr

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