KIRCHNER – Die Berliner Jahre

Kunsthaus Zürich | bis 21. Mai 2017

Ernst Ludwig Kirchner | Glasnegativ, 13 × 18 cm
Selbstporträt in der Atelierwohnung in Berlin-Friedenau, 1913/1915
Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 2001

Die erstmals in der Schweiz gezeigte große Ausstellung zu den Berliner Jahren von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) präsentiert Kirchners Schaffen von 1912 bis 1914 in der pulsierenden Großstadt Berlin und auf der idyllischen Ostseeinsel Fehmarn.


Zu sehen sind rund 160 Gemälde, Pastelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skizzenbücher und einer Auswahl von Stoffarbeiten, Skulpturen und Fotografien. Die zwei gegensätzlichen Inspirationsorte markieren den Höhepunkt in Kirchners expressionistischem Werk.

Bedeutende Bestände aus dem Städel Museum (Frankfurt), der Pinakothek der Moderne (München), dem Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid), dem Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art (beide New York), dem Getty Research Institute (Los Angeles), der Art Gallery of New South Wales (Sydney) sowie dem beliebten Kirchner Museum Davos. Private Leihgeber beteiligen sich mit teilweise nie öffentlich gezeigten Werken.

———

Kunsthaus Zürich | bis 21. Mai 2017

KIRCHNER – Die Berliner Jahre

GROßSTADTRAUSCH / NATURIDYLL

Pressetext: Kunsthaus Zürich | www.kunsthaus.ch/kirchner/index.html
Kuratorinnnen: 
Sandra Gianfreda ( Kunsthaus Zürich )
Magdalena M. Moeller (Direktorin Brücke-Museum, Berlin)

KATALOG | KIRCHNER – Die Berliner Jahre

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
272 Seiten
233 Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiß
Verlag: Hirmer
Sprache: Deutsch
23,5 x 3 x 29,9 cm

amazon-logo_100x70

Eine sorgfältig edierte, mit wissenschaftlichem Begleitband versehene, wunderbare Faksimile-Ausgabe, die keine Wünsche offen lässt.
[ Neue Zürcher Zeitung ]

Berlin war ein Zentrum der Industrie, der Beschleunigung des Verkehrs und mit drei Millionen Einwohnern ein kulturelles Gravitationsfeld für ganz Europa. Es war Metropole der Künste und der Vergnügungssucht, vibrierte vor herausfordernder Energie und herausgefordertem Intellekt. Dem setzte Kirchner seine Malsommer auf der Insel Fehmarn entgegen, arkadisch und von konzentrierter Produktivität.

In seiner Kunst sind beide Orte verbunden durch die gegen alle Konvention gerichtete bildnerische Substanz der zeitgerechten Ausdrucksform. Eine prägnante Werkauswahl und eine darauf zugeschnittene Reihe von Aufsätzen namhafter Autoren lassen in diesem Buch die entscheidende Phase im Œuvre Kirchners präsent werden.

Auf dem chronologisch angelegten Ausstellungsparcours wechseln die Inspirationsorte Berlin und Fehmarn einander ab. Sie werden oft als Gegenpole angesehen: Hier das frenetisch-nervöse Großstadtleben, da die Erholung in ländlicher Abgeschiedenheit; hier die Misere und Entfremdung des Großstädters, da das harmonische Leben in Einheit mit der Natur.

In dieser Ausstellung und dem sie begleitenden Katalog werden die beiden Pole – Großstadt und Naturidyll – als zusammengehörende zwei Seiten von Kirchners Leben und Werk erfahrbar. Beide veranschaulichen Kirchners Streben nach einem Leben außerhalb der bürgerlichen Normen und nach einer neuen, zeitgemäßen Ausdrucksform.

Neben Arbeiten aus Kirchners Berliner Zeit ist eine repräsentative Auswahl seiner frühen Gemälde aus Dresden zu sehen sowie erste Werke, die nach seiner Übersiedlung in die Schweiz entstanden sind. Sie bilden den Kontext, in dem die tiefgreifenden Veränderungen von Kirchners Kunst in den Jahren zwischen 1911 und 1917 erst verständlich werden.

Erstmals für die Schweiz wurde zudem die Mansardennische von Kirchners zweiter Berliner Atelierwohnung in Originalgröße rekonstruiert. Der Künstler hatte sie mit selbst entworfenen Stoffen mit Fehmarn-Motiven gestaltet.

Ziel dieser fokussierten Präsentation ist es, dem Publikum diese wichtige Werkphase Kirchners und damit die gesellschaftspolitischen Veränderungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu vermitteln.

 


Kunsthaus Zürich,
Heimplatz 1, CH–8001 Zürich,
Offen: Fr–So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do 10–20 Uhr. Feiertag: 1. Mai, 10–18 Uhr.
Aktuelle Informationen auf der Ausstellungswebsite | www.kunsthaus.ch

————

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff