UTOPIE UND UNTERGANG. Kunst in der DDR

Museum Kunstpalast, Düsseldorf | bis 26. Januar 2020
Wolfgang Mattheuer (1927–2004) - Bratsker Landschaft, 1967,
Öl auf Pappe, 95 × 118 cm., Ausschnitt
Inv. Nr. A IV 130. / BPK 47.831,
Berlin, SMB, Nationalgalerie / Roman März,
via Sandstein Verlag

Der Kunstpalast Düsseldorf widmet sich 30 Jahre nach dem Fall der Mauer in einer großen Sonderausstellung der in der DDR entstandenen Kunst mit einem besonderen Fokus auf Malerei.


Mit einer Auswahl von 13 Künstlerinnen und Künstlern und ca. 130 Werken lenkt die Ausstellung »Utopie und Untergang. Kunst in der DDR« den Blick auf die vielseitige und zugleich widersprüchliche Kunstepoche zwischen 1949 und 1989.

In monographischen Werkgruppen werden künstlerische Positionen zwischen Anpassung und Rebellion, Affirmation und Subversion vorgestellt.

———

Museum Kunstpalast, Düsseldorf | bis 26. Januar 2020

UTOPIE UND UNTERGANG

Kunst in der DDR

Pressetext: Museum Kunstpalast, Düsseldorf | www.smkp.de
Kurator: Steffen Krautzig

KATALOG

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
Festeinband, Buchblock mit Farbschnitt
200 Seiten
136 Abbildungen
Verlag: Sandstein Kommunikation
Sprache: Deutsch
24,1 x 2,2 x 28,4 cm

amazon-logo_100x70

Kunst kann man sich auf vielen Wegen nähern. Im Fall von in der DDR entstandener Kunst konzentrieren sich die meisten Interpreten auf deren politische Funktion. Lassen sich also Kunst und Politik überhaupt voneinander trennen?
Ausstellung und Katalog unternehmen den Versuch, die Kunst aus der DDR anhand 13 exemplarischer Positionen aller Generationen unter kunsthistorischen Aspekten zu untersuchen und so Abstand zu den sich seit Jahrzehnten wiederholenden politischen Ost-West-Debatten zu gewinnen.

Bis 1990 wurde Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik häufig gezeigt. In den letzten Jahrzehnten hatte das Publikum im Westen jedoch selten die Chance, die Werke im Original zu sehen. Die Ausstellung präsentiert mehrere Hauptwerke der seit der documenta 1977 als offizielle Maler der DDR wahrgenommenen Künstler Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Willi Sitte und ermöglicht tiefere Einblicke in deren Schaffen.

Viele Künstler aller Generationen, darunter Elisabeth Voigt und Wilhelm Lachnit, rieben sich nach dem Zweiten Weltkrieg an den strengen Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Ihre künstlerischen Strategien entwickelten sie oft unter Druck: zurückgezogen wie Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg oder in rebellischem Widerspruch zum Staat wie A. R. Penck und Cornelia Schleime. Wie zahlreiche andere Künstler mit DDR-Biografie, wurde Penck später Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Punkig-expressive Frauenfiguren von Angela Hampel, existenzialistische Gemälde Michael Morgners und abstrakte Arbeiten des „Patriarchen der Moderne“ Hermann Glöckner verdeutlichen die stilistische Vielfalt.

Alle Künstlerinnen und Künstler gingen und gehen sehr unterschiedliche, immer aber eigenständige Wege – zwischen Rebellion und Anpassung, zwischen Utopie und Untergang.

Neben Werken aus den Sammlungen von Peter Ludwig und Willi Kemp, die schon früh Künstler aus der DDR förderten, werden Leihgaben aus allen wichtigen ostdeutschen Museen gezeigt.


PRESSESCHAU

VIDEO | Mathilde Schnee für arte TV | verfügbar bis 03/10/2022

30 Jahre nach dem Mauerfall zeigt erstmals ein westdeutsches Museum Kunst aus der DDR. Unter dem Titel „Utopie und Untergang“ sind im Düsseldorfer Kunstpalast regimetreue Werke, ebenso wie experimentelle Kunst Seite an Seite zu sehen. 13 Künstler sind vertreten, einige waren anerkannt, andere nahezu systemkritisch – wie Cornelia Schleime, die durch die Ausstellung führt.


Pionierarbeit

Alexander Menden für die Süddeutsche Zeitung | Artikel lesen

„Wenn „Zwischen Utopie und Untergang“ eines nachdrücklich vor Augen führt, dann dies: Heterogene künstlerische Ausdrucksformen finden immer einen Weg zur Entfaltung – selbst im gängelndsten System.“


Am eigenen Anspruch gescheitert

Carsten Probst im Gespräch mit Vladimir Balzer | Deutschlandfunk Kultur | Artikel lesen

Gespräch anhören

Den Blick auf die Kunst der DDR neu ausrichten – das will die Ausstellung „Utopie und Untergang“ in Düsseldorf. Das sei aber nicht gelungen, meint unser Kunstkritiker Carsten Probst. Der Beitrag der Kunst zur Gegenwart sei nicht zu sehen.

 

Museum Kunstpalast
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf

————-

SOCIAL MEDIA anonym mit Hilfe des c't-Projektes Shariff

You may also like