Entfesselte Natur

Hamburger Kunsthalle | bis 14. Oktober 2018

JOHANN CARL BERTHOLD PÜTTNER (1821-1881)
Untergang des Auswandererschiffes »Austria« am 13. September 1858, 1858
Öl auf Leinwand, 112 x 154 cm
© Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin / A. Psille

Mit einer großen epochen- und medienübergreifenden Ausstellung geht die Hamburger Kunsthalle mit bedeutenden Kunstwerken dem Thema der bildlich-künstlerischen Aufbereitung von Naturkatastrophen nach und beleuchtet dabei auch das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner Technikgläubigkeit.


Die Kunstschau zeigt über 200 Exponate, darunter Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen, Fotografien, Filme und Videoarbeiten.

Mit Feuersbrünsten, Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen und Schiffsuntergängen entfaltet sich in den Ausstellungsräumen ein thematischer Parcours, der den Besucher_innen einerseits die bildnerischen Konstanten in der Aufbereitung derartiger Katastrophen vor Augen führt, andererseits aber auch die epochenspezifischen Unterschiede vermittelt.

Der besondere Reiz der Schau besteht in der räumlichen Zusammenführung von Exponaten, die in ihrer jeweiligen Entstehungszeit Jahrhunderte voneinander getrennt sind. Dabei spannt sich der Bogen der ausgestellten Werke von den Jahren um 1600 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die zeitgenössischen Positionen sorgen für eine Verortung des Themas in der Jetztzeit und unterstreichen dessen Aktualität.

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Hamburger Kunsthalle | bis 14. Oktober 2018

Entfesselte Natur

Das Bild der Katastrophe seit 1600

Pressetext: Hamburger Kunsthalle | www.hamburger-kunsthalle.de
Kurator: Markus Bertsch

KATALOG | Entfesselte Natur: Das Bild der Katastrophe seit 1600

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
384 Seiten
297 Farb- und 11 S/W-Abbildungen
Michael Imhof Verlag
Sprache: Deutsch
23,5 x 3,5 x 29,2 cm

Im Katalog finden sich sämtliche Exponate in Form von Einzelkommentaren näher erläutert. Weiterhin beleuchten zehn Essays das vielschichtige Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei zeigt sich immer wieder dessen stete Aktualität.

Katastrophen sind allgegenwärtig. Pausenlos berichten die Medien über Naturereignisse, politische Umbrüche oder anderweitige Krisenszenarien und greifen für deren Charakterisierung auf den Begriff der Katastrophe zurück: Katastrophen geschehen nicht einfach, sie werden gemacht.

Erst in der Rezeption, in der aktiven Auseinandersetzung mit derart einschneidenden Begebenheiten erhalten sie ihre Kontur und offenbaren ihr charakteristisches Gesicht. Jedes Zeitalter macht sich seine Katastrophen und definiert diejenigen Kriterien neu, nach denen bestimmte Ereignisse erst als solche etikettiert werden können. Diese grundlegenden Bestimmungen bilden die Basis des Ausstellungsprojekts.

VIDEO | Tagesthemen

Zu sehen sind unter anderem Werke von Wenzel Hollar (1607–1677), Jan Asselijn (1610–1652), Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Caspar David Friedrich (1774–1840), Théodore Géricault (1791–1824), John Martin (1789–1854), Martin Kippenberger (1953–1997), Christian Jankowski (*1968) und Julius von Bismarck (*1983).

Neben Arbeiten aus den Beständen der Hamburger Kunsthalle kommen zentrale Leihgaben aus renommierten Museen und Sammlungen, darunter aus dem Louvre und dem Musée d’Orsay in Paris, der National Gallery und dem Victoria and Albert Museum in London, dem Kunsthaus Zürich und dem Kunstmuseum Basel sowie aus der Berlinischen Galerie.


Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall,
20095 Hamburg

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr
Montag geschlossen

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