HANS-PETER FELDMANN – Kunstausstellung

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Hans-Peter-Feldmann | Video Still: Ralph Goertz

Die Hamburger Ausstellung in den Deichtorhallen widmet sich bis 02. Juni 2013 den zentralen Serien, Installationen, Skulpturen und Bildern Hans-Peter Feldmanns aus über vier Jahrzehnten. Die Räume der Deichtorhallen sind die letzte Station der Wanderausstellung, die in der Serpentine Gallery in London ihre Premiere hatte und nach der Schau in der BAWAG Contemporary Wien auch auf der Biennale von São Paulo gezeigt wurde.

„Mich interessieren nicht die Brennpunkte des Lebens. Nur fünf Minuten des Tages sind interessant. Ich will den Rest zeigen, das normale Leben.“

Hans-Peter Feldmann

Feldmann, 1941 in Düsseldorf geboren, wurde in den frühen 1970er Jahren mit enzyklopädischen Fotoserien bekannt, für die er sich aus dem großen Fundus alltäglicher Bilder bediente. Feldmann überwindet die scheinbare Kluft zwischen Kunst und Alltag und taucht Vorgefundenes aus der trivialen Welt bis hin zu Amateurfotos, Spielzeug und Nippes in ein poetisches, persönliches Licht.

Seine Arbeiten wurden u.a. im Guggenheim Museum New York, auf der Documenta und auf der Biennale von Venedig gezeigt. Mittlerweile zählt er zu den großen deutschen Künstlern, die wie Gerhard Richter und Sigmar Polke einen spürbaren Einfluss auf die nachfolgende Künstlergeneration haben.

Für die Hamburger Ausstellung hat Hans-Peter Feldmann mehrere Überraschungen parat: So werden die Besucher gleich auf dem Parkplatz inmitten der parkenden Autos von einem auf dem Kopf stehenden PKW begrüßt.


VIDEO | HANS-PETER FELDMANN „ohne Worte“ – ein Film von Ralph Goertz

Der Film begleitet Feldmann über fünf Jahre im Studio und beim Aufbau seiner Ausstellungen in Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Ganz ohne Interviews zeichnet der Film ein sehr persönliches Portrait des Düsseldorfer Künstlers.


Bis heute haben die Werke Feldmanns nichts von ihrer Verführungskraft, ihrer Leichtigkeit und dem subtilen Humor verloren. Kindliche, erotische aber auch politische Welten – jeweils eine Mischung aus Readymade und künstlerischem Eingriff – werden in seinen Arbeiten berührt. Von der Installation eines geisterhaften Schattenspiels über die für 500 Euro von Frauen auf der Straße abgekauften Handtaschen, deren Inhalt in der Ausstellung präsentiert wird, bis zu dem künstlerischen „Funkturm“ der Ausstellung auf dem Deichtorplatz, Michelangelos „David“, neun Meter hoch und in schriller Farbigkeit gestaltet, ist in der Schau alles enthalten, was Feldmanns Werk so besonders macht.

Hans-Peter Feldmann „findet“ seine Arbeiten in den Bildwelten des normalen Alltags, in trivialen Medien wie Fernsehen, Magazinen oder Kitsch-Postkartenserien. Einer Gruppe von HSV-Fußballern stehen Gruppen von Erdbeeren oder Briefmarken gegenüber. In einer Serie über 9/11 stellt er die Titelblätter von 300 internationalen Zeitungen des darauffolgenden Tages zusammen, ein von der üblichen Geschichtsschreibung befreiter Blick auf ein Jahrhundert wird in der Arbeit „100 Jahre“ geworfen. In dieser sind 100 Porträts von Menschen im Alter zwischen Null und Hundert vereint.

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KATALOG | Hans-Peter Feldmann

Gebundene Ausgabe
232 Seiten
durchgehend mit meist farb. Abb.,
264 color, 381 s&w ill.
davon 4 doppelseit. Falttafeln, Ppbd.
Sprache: Deutsch / English
23,9 x 2 x 30,2 cm

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Durch kleine Eingriffe veränderte klassische Gemälde etwa von Modigliani laden den Betrachter zum genauen Hinsehen ein, holen die hohe Kunst vom Sockel und untergraben den Glauben an das Kunst- schöne und Repräsentative. Feldmann entfernt beispielsweise aus Seestücken die Schiffe, malt Honorationen auf klassischen Porträts oder Geldscheinen rote Nasen oder fügt Courbets Akt eine von Sonnenbräune befreite Bikinizone hinzu. Viele Werke des Künstlers stellen auf spielerische Weise den Traum idealer Welten in Frage, auf dem die Traditionen westlicher Kunst beruhen.


VIDEO | Feature der Kunsthalle Düsseldorf | Georg Jansen ( künstlerischer Leiter ) über Hans-Peter Feldmann

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigte 2010 die erste umfassende Einzelausstellung Hans-Peter Feldmanns in seiner Heimatstadt seit 20 Jahren. Zu sehen waren Arbeiten aus vier Jahrzehnten sowie explizit für die Schau entstandene neue Arbeiten.

„Kunstwerke sollten nicht teuer, nicht einzigartig sein, sondern billig und schnell herzustellen. Ein Gemälde bekommt gleich so eine Wichtigkeit, ein Foto ist da viel beliebiger, das kann man auch leichter wieder wegschmeißen.“

Hans-Peter Feldmann

Hans-Peter Feldmann erntete für seine umfangreichen enzyklopädischen Fotoserien internationale Anerkennung. In den oftmals in Form von Büchern, Plakaten, Postkarten oder Installationen in Galerien präsentierten Sammlungen verbinden sich Feldmanns lebenslange Leidenschaft für das Entdecken und Zusammentragen und seine Tätigkeit als Archivar der visuellen Kultur.

Erzählung mit Bildern

Wie ein Feldforscher im eigenen Auftrag schafft Feldmann mit den zu Büchern zusammengefassten Fotografien Anthologien über die Bedingungen in bestimmten Städten und zu Bildern einer bestimmten Zeit.

Sein „Photo“-Album enthält außer dem Titel – das Impressum ist auf eine Zeile beschränkt – keinen Text. Als Frontispiz sehen wir einige Kartons seines über Jahre angesammelten Bildarchivs: gefundene Photos aus Zeitschriften, Werbebeilagen und Fotobüchern, Postkarten, Sammelbilder, aber auch eigene Photos von Reisen, der Familie und dem Freundeskreis.

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BUCH | Feldmann.
Album

Gebundene Ausgabe
308 Seiten
3000 farbige Abbildungen
Verlag der Buchhandlung König
Sprache / Language: English
24 x 3,8 x 30 cm

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Feldmann imitiert die Art, wie wir Photos aufbewahren, um das Alltägliche aus seiner persönlichen Sicht zu zeigen. Es sind oft die trivialen Begebenheiten, die nicht beachteten Momente, die er für erinnerungswürdig hält. Dieses überaus unterhaltsame Buch macht süchtig. Es gehört zu den wenigen Büchern, die man nicht ins Regal zurückstellt – denn es sollte immer in greifbarer Nähe bleiben!

Pin-up-Girls, Studien zum Gewichtheben, Zeitungsausschnitte, Babyfotos… Hans-Peter Feldmann erzählt Geschichten mit Bildern. Entsprechend enthält dieses Fotoalbum bis auf die Titelseite keinen Text. Selbst das Frontispiz ist eine Fotografie von Schachteln aus Feldmanns Bildarchiv, die über viele Jahre hinweg zusammengetragen wurden und Bilder aus Zeitschriften, Werbebeilagen, Fotobüchern, Postkarten und Sammlerstücken enthalten. Auch Reisefotos, Familienschnappschüsse und Bilder von Freunden spielen eine Rolle. In den letzten Jahren wurde Feldmann zunehmend für seine Kommentare zur Art und Weise, wie wir Fotos archivieren, bekannt, die das Alltägliche aus einer sehr persönlichen Perspektive heraufbeschwören. Er sucht die trivialen Begebenheiten, die unbemerkten Momente auf und hält sie griffbereit. Feldmann: „Kunstwerke sollten weder teuer noch einzigartig, sondern billig und schnell herzustellen sein. Ein Gemälde erhält sofort eine Art von Bedeutung, während ein Foto viel willkürlicher ist, da es viel leichter wegzuwerfen ist“.


Das Mysterium der Damenhandtasche

Hajo Schiff für die TAZ | Artikel lesen

Allerdings wirkt die Überdosis an Gag-Kunst von der neun Meter hohen, quietschbunt angemalten Kopie des David von Michelangelo bis zu den goldenen, mit Reißzwecken gespickten High Heels schon fast toxisch: Was sonst vielleicht als eine Arbeit unter vielen anderen für Erfrischung zwischendurch im Museum sorgt, misst sich hier in ständiger Überbietung an Ähnlichem. Das wird wie ein Buch voller Witze mitunter etwas ermüdend. Und bei läppischen Kommentaren wie der Übermalung von Werken der Kunstgeschichte mit schwarzen Balken, schielenden Augen und roten Clowns-Nasen sogar etwas pennälerhaft. Viele derartig herbeizitierte Scherze funktionieren nur durch den Widerspruch zum musealen Ernst ihrer Präsentation.


SOCIAL MEDIA anonym mit Hilfe des c't-Projektes Shariff

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