Gerhard Richter | Das Kölner Domfenster

Richterpixel b Gerhard Richter Das K lner Domfenster

Gerhard Richter – Zufall.
„4900 Farben“ und Entwürfe zum Kölner Domfenster

Die unterschiedlichen Entwurfsvarianten geben einen Einblick in das komplexe Zusammenspiel von Zufall und Kalkül, das dem auf 72 Farbtönen aufbauenden Glasmosaik im Dom zugrunde liegt, das sich zwischen dem Maßwerk auf etwa 113 Quadratmetern entfaltet. Richters Bild „4096 Farben“ von 1974 bildet einen ebenso spannungsvollen wie aufschlussreichen Bezugspunkt, auf den die ersten Entwürfe zurückgehen.

Mit „4900 Farben“ einer gerade fertiggestellten, etwa 6,5 m im Quadrat messenden Lacktafelarbeit wird der Bogen in die aktuellste Auseinandersetzung Richters mit dem Thema gespannt. Trotz vergleichbarer, vorrangig auf Zufallslosung basierender Farbwürfelung besitzt das Werk in seiner Materialität und Auswahl der 25 Farbtöne eine wiederum völlig andere Anmutung, die dem Domfenster einen weiteren Aspekt hinzugesellt.

Gerhard richter zufall Gerhard Richter Das K lner Domfenster

Gerhard Richter – Zufall.
Das Kölner Domfenster und 4900 Farben

Taschenbuch
144 Seiten

Herausgeber: König, Walther
20.96 x 1.27 x 26.04 cm
Sprache: Deutsch, Englisch

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In seinem Aufsatz „Zufall, Plan, Gegebenheit.“ schreibt Stephan Diederich „72 Farbtöne, jeder 72 mal im Stock vorhanden, „aus dem der Computer per Zufallsgenerator die Anordnung der Töne bestimmte, mit denen eine Hälfte des DOMFENSTERS gefüllt wurde; die andere Hälfte ist die Spiegelung davon.“ So ist die nüchterne Bestandsaufnahme Richters zum Entwurf für das südliche Querhausfenster des Hohen Doms zu Köln.

Daß dieses Projekt für ihn eine lange und intensive Auseinandersetzung bedeutete, eine Aufgabe, die ihn zugegebenermaßen gleichzeitig begeisterte und erschrocken machte, verrät die Äußerung nicht. Tatsächlich ist das Fenster wohl ebenso als wesentliches Kapitel im Oeuvre Gerhard Richters zu sehen, wie es einen integrierenden Bestandteil des prominenten Gotteshauses und herausragenden Beitrag zur Möglichkeit zeitgemäßer Kirchenfenstergestaltung ausmacht.“

Die Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner schreibt über „Das neue Fenster als Teil der historischen Domverglasung“ und Birgit Pelzer über „Der Zufall als Partner“ in Richters Werk. Das Buch dokumentiert in farbigen Abbildungen sowohl die mehr als fünfjährige Arbeit – mit zahlreichen Entwürfen und technischen Versuchen – bis zum fertigen Fenster als auch die Entstehung des weltlichen Pendants: 4900 Farben“, ein sechs mal sechs Meter großes Bild. Beruhend auf einem vergleichbaren Entstehungsprinzip – der Zufallslösung, in die der Künstler eingreift -, besitzt dieses aus 196 Einzelbildern mit jeweils 25 farbig lackierten Quadrattäfelchen zusammengesetzte Tafelbild in seiner direkten Frische und Leichtigkeit dennoch eine völlig andere Anmutung als sie das würdevolle und in seiner Funktion aufgeladene Kirchenfenster aufweist. Das Buch entstand in unmittelbarer Zusammenarbeit mit Gerhard Richter.

www.gerhard-richter.com


PRESSESCHAU

Ein Ozean aus Glas im Kölner Dom

FAZ – Werner Spies Artikel lesen

Der Künstler komponierte das Fenster nicht, er fütterte einen Zufallsgenerator mit Daten. An dem Ergebnis, das die Maschine vorschlug, nahm der Künstler so gut wie keine Veränderungen vor.


Gottes Würfel

TAGESSPIEGEL online – Nicola Kuhn Artikel lesen

Es ist ein Überraschungsmoment, denn das von Gerhard Richter gestaltete Domfenster befindet sich räumlich und inhaltlich im Schwebezustand — zwischen religiöser Aufladung durch den Kontext und gleichzeitiger Beharrung auf der Autonomie eines modernen Kunstwerks, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.


Gerhard Richter Das K lner Domfenster DVD Gerhard Richter Das K lner Domfenster

DVD | Gerhard Richter. 
Das Kölner Domfenster

Mit Bonusfilm: In der Werkstatt: Gerhard Richter

Ein Film von Corinna Belz. Schriften des Gerhard Richter Archiv Dresden, Bd. 2. Köln 2008. DVD mit einem erläuternden Booklet. 45 min. – Text in dt. Sprache mit Untertiteln in engl. & franz. Sprache.

Sprache: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Ohne Altersbeschränkung

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Zwei Filme über den Maler Gerhard Richter sind auf dieser DVD zu sehen.

  • Die halbstündige Dokumentation „Gerhard Richter. Das Kölner Domfenster“ (2007) bietet in einer Langzeit-Beobachtung einen Einblick in den komplexen Entscheidungs- und Produktionsprozeß des Fensters für das südliche Querhaus im Kölner Dom. Die Autorin hat Gerhard Richter und den Fortgang der Arbeiten über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren begleitet. Anschaulich zeigt der Film die zahlreichen Entwicklungsschritte in denen aus der ursprünglichen, so einfachen wie überzeugenden Bildidee eines Farbfeldes das endgültige Werk entsteht. Oft nimmt die Kamera dabei als stiller Beobachter an den Diskussionen und Entscheidungen des Künstlers unmittelbar Teil.
  • Als Bonus-Material macht die DVD den 1969 entstandenen und über Jahrzehnte verschollenen Film „In der Werkstatt: Gerhard Richter“ (15 min) von Hannes Reinhardt wieder zugänglich. Der Film bietet einen Blick in das Atelier des Künstlers und dokumentiert den Malprozeß Richters an dem Bild „Ruhrtalbrücke (228)“.


Lieblingsort der Deutschen

„Angriff gegen die Falschheit und die Gläubigkeit, wie Abstraktion zelebriert wurde, mit verlogener Ehrfurcht — Andachtskunst, diese Quadrate, Kirchenkunstgewerbe.“

Mit harten Worten beschrieb Gerhard Richter 1986 rückblickend die Beweggründe für seine 1966 einsetzende Produktion von abstrakten Farbtafelbildern. Der Geschichte geometrisch-konstruktiver Kunst mit ihren zum Teil universellen und spiritualistischen Geltungsansprüchen stand er damals äußerst skeptisch gegenüber. [ Hubertus Butin ]

Doch Ende der 1990er Jahre änderte er seine Haltung:

„Heute stehe ich dem ,Heiligen’, der spirituellen Erfahrung weniger ablehnend gegenüber. Sie ist Teil von uns und wir brauchen sie.“


Zufall und Erleuchtung

NZZ – Petra Kipphoff Artikel lesen

Die Domfenster … sind … durch den Wechsel des Lichteinfalls im Zustand der ständigen Veränderung. Gerade in diesem wechselnden Licht und gerade an diesem Ort wird das Fenster dann allerdings doch zu einem paradigmatischen Kunstwerk des ausgehenden 20. Jahrhunderts.


SOCIAL MEDIA anonym mit Hilfe des c't-Projektes Shariff

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