ISA GENZKEN | Gestern und Heute

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen | bis 01. November 2021
Genzken Isa Untitled 2012 1200 ausschnitt ISA GENZKEN Gestern und Heute
Isa Genzken - Untitled, 2012 (Ausschnitt)

Mit gleich zwei Ausstellungen „Werke von 1973 bis 1983“ und „Hier und Jetzt“ von Isa Genzken (*1948) bietet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen einen besonderen Blick auf das Schaffen einer der international bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart.


Das Augenmerk gilt zwei Werkphasen aus ihrer fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere.

Im Untergeschoss des K21 wird auf ihr visionäres Frühwerk fokussiert – eine Zeit, die bisher in keiner anderen Ausstellung in diesem Umfang gewürdigt wurde. (bis 5.9.2021)

Parallel sind in der Bel Etage des K21 aktuelle Werke aus der letzten Dekade zu sehen. Diese spannungsvolle Zusammenstellung macht Entwicklungen innerhalb des Œuvres sowie Isa Genzkens Haltung zur Welt sichtbar. (bis 1.11.2021)


Isa Genzken. Hier und Jetzt

VIDEO | Ausstellungsfilm/Tour

Die Kunstschau unternimmt anhand von Installationen, Skulpturen und Wandarbeiten eine Diagnose des Zustandes der Gegenwart. In ihren Werken wirft Isa Genzken einen schonungslosen Blick auf die Gesellschaft des späten Kapitalismus. Damit legt sie die Krisen, Ängste und Tabus offen, die diesen kennzeichnen.

Werke von 1973 bis 1983

Die Ausstellung ist eine adaptierte Fassung der gleichnamigen Schau, die vergangenen Herbst im Kunstmuseum Basel zu sehen war. In Düsseldorf wird nun ein besonderer Bezug zum Ort und der Biografie Genzkens hergestellt, denn hier studierte die Künstlerin von 1973 bis 1977 und lebte anschließend bis 1979.

Die Ausstellung beginnt daher mit Werken aus der Studienzeit und schlägt dann den Bogen bis ins Jahr 1983, ab dem sich Genzken zunehmend dem nächsten Thema zuwandte. Gezeigt werden Skulpturen, Computerdrucke, vielteilige Zeichnungsserien, Fotografie und Film.

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Kunstsammlung NRW, K21 Düsseldorf 

WERKE 1973 - 1983 bis 05. September 2021 HIER UND JETZT bis 01. November 2021

ISA GENZKEN

Pressetext: Kunstsammlung NRW www.kunstsammlung.de
Kurator*innen: 
Susanne Gaensheimer und Agnieszka Skolimoska (Isa Genzken. Hier und Jetzt),
Søren Grammel (Isa Genzken. Werke von 1973 bis 1983)

Digital Guide | www.kunstsammlung.de/de/genzken
Isa Genzken Katalog Werke 1973 1983 ISA GENZKEN Gestern und Heute

KATALOG | Isa Genzken.
Werke von 1973 bis 1983

Gebundene Ausgabe
240 Seiten
mit 530 (524 farb.) teils ganz- bzw. doppelseitige Abbildungen, davon einige Falttafeln
Herausgeber: Walther König
Sprache: Deutsch
22 x 3 x 27.9 cm

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Überaus sorgfältig recherchiert wird das Frühwerk dokumentiert: Skulpturen, Computerdrucke, vielteilige Zeichnungsserien, Photographie und Filme. Zahlreiche Photos und Dokumente werden hier erstmals veröffentlicht. Der Katalog beginnt mit Werken aus der Studienzeit in Düsseldorf (1973-1977) und den Elipsoiden, die Mitte der 1980er Jahre entstanden. Stets spielt Genzken mit den Grundformen und Materialien, die den uns umgebenden architektonischen und gesellschaftlichen Raum zeigen


Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Ellipsoide und Hyperbolos, längliche Holzskulpturen, denen aufwendige Computerberechnungen zugrunde liegen. Ihre aerodynamische Form deutet auf eine industrielle Herstellung hin, tatsächlich aber handelt es sich um handwerklich gefertigte Unikate, die aus der Auseinandersetzung Isa Genzkens mit der historischen Avantgarde und insbesondere dem amerikanischen Minimalismus hervorgehen.

Anders als in der Minimal-Kunst verbergen sich hinter der reduzierten Ästhetik bei ihr subtile Assoziationen und Bezüge zur eigenen Biografie, etwa indem sie ihren Skulpturen Namen von Personen, Orten und Gegenständen gibt.

VIDEO | Ausstellungsfilm/Tour

Die frühen Werke zeigen, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Kompromisslosigkeit Isa Genzken künstlerisch aufgetreten ist und ihre Position in der Bildhauerei eingenommen hat, einem Umfeld, das in den 70er Jahren hauptsächlich von Männern dominiert war.

Neben den Skulpturen liegt ein weiterer Fokus der Ausstellung auf den teils sehr großformatigen, bis zu acht Meter langen Computergrafiken. Sie entstanden ab 1975 parallel zu den Ellipsoiden und Hyperbolos und sind auf Endlospapier ausgedruckt, inklusive der damals typischen Führungslochränder. In ihnen zeigt sich, wie Genzken auf innovative Weise mit algorithmischen Figuren und den technischen Möglichkeiten ihrer Zeit spielt. Auch hier mischt die Künstlerin konzeptuelle Ansätze mit persönlichen Themen. Werke, die zunächst abstrakt erscheinen, werden auf den zweiten Blick als Spuren der eigenen Existenz erkennbar und erzählen von Beziehungen und Begehren.

Die Ausstellung „Isa Genzken. Werke von 1973 bis 1983“ wurde konzipiert vom Kunstmuseum Basel in Kooperation mit der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf.


Isa Genzken (* 1948, Bad Oldesloe)

gehört zu den einflussreichsten Künstlerinnen und Bildhauerinnen ihrer Generation. Sie studierte zunächst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Almir Mavignier, bevor sie an die Hochschule der Künste in Berlin wechselte. Von 1973 bis 1977 studierte sie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gerhard Richter. Parallel belegte sie zwischen 1973 und 1975 Kurse in Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Köln. Anschließend lebte sie zeitweise in New York.

Isa Genzken hat in den renommiertesten Häusern weltweit ausgestellt, u.a. der Renaissance Society an der University of Chicago (1992-1993), im Museum Abteiberg, Mönchengladbach (2002-2003), oder der Kunsthalle Wien (2014).

2013 präsentierte das Museum of Modern Art, New York, in Zusammenarbeit mit dem Museum of Contemporary Art Chicago und dem Dallas Museum of Art eine Retrospektive der Künstlerin.

VIDEO | The Museum of Modern Art, 2013

Isa Genzken hat vielfach an internationalen Biennalen und Gruppenausstellungen teilgenommen, etwa an den documenten 7, 9 und 11 in Kassel (1982, 1992 und 2002), den Skulptur Projekten Münster (1987, 1997 und 2007) und der Biennale in Venedig (1982, 1993, 2003, 2007 und 2015).




PRESSESCHAU zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel

Die Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet

Søren Grammel für deutschlandfunkkultur im Gespräch mit Johannes Nichelmann | Beitrag lesen

Beitrag anhören

„Die Werke der Schau zeigten eine gewisse Strenge der ersten Jahre, die sich oft auf algorithmische, physikalische oder mathematische Formen berufe.

Genzken hat sich damals viel mit Skulpturen beschäftigt, die Hyperboloide und Ellipsoide darstellen. Diese Werke habe sie auf Basis von Computerzeichnungen entworfen, erläutert Grammel. Sie sei eine Pionierin in der Verwendung des Computers gewesen und habe schon in den 70er-Jahren mithilfe eines Physikers die Kurven dazu berechnet. „Das ist völliger Wahnsinn. Da gibt es viele Vorarbeiten zu, auch Computerdrucke auf Endlospapier, bis zu acht Meter lang.““


Eine Frau im Gefecht

Alexandra Wach für die FAZ | Artikel lesen

„Die Unterwanderung des männlich dominierten Kunstbetriebs…

Dass sie dieses Ziel unbeirrbar verfolgte, beweist ein ausführliches Ausstellungskonzept, das sie 1978 dem MoMA unaufgefordert zuschickte. Die New Yorker erkannten damals nicht das Potential der deutschen Systemsprengerin. Erst 2013 holten sie das Versäumnis mit einer großen Retrospektive nach.“


Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

www.kunstsammlung.de

Isa Genzken. Werke von 1973 bis 1983. Hier und Jetzt

Ausstellung WERKE 1973 – 1983 bis 05. September 2021
Ausstellung HIER UND JETZT bis 01. November 2021

Bitte beachten Sie die Informationen zum Schutz- und Hygienekonzept des Museums, zur Eindämmung der Corona-Epidemie.


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