NOLDE in Hamburg

Kunsthalle, Hamburg | bis 10. Februar 2016

Emil Nolde - Qualmende Dampfer, 1910

Emil Nolde (1867–1956) Qualmende Dampfer, 1910,
Öl auf Sackleinen, 57,5 x 71,5 cm, Nolde Stiftung Seebüll
© Nolde Stiftung Seebüll, Photo: Elke Walford

Hamburg spielte für Emil Nolde (1867–1956) eine zentrale Rolle. Die Hansestadt inspirierte Nolde nicht nur zu zahlreichen Werken, hier wurde seine Bedeutung auch zu einem frühen Zeitpunkt erkannt und seine Kunst gefördert.


Dieser engen Verbindung zwischen Künstler und Stadt geht die Hamburger Kunsthalle nun erstmalig in einer umfangreichen Ausstellung nach und versammelt dafür rund 200 Werke Noldes: farbintensive Gemälde und Aquarelle, dynamische Tuschpinselzeichnungen, atmosphärische Radierungen und Holzschnitte. Werke aus dem eigenen Bestand begegnen zahlreichen Leihgaben aus der Nolde Stiftung Seebüll sowie selten gezeigten Werken aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

————-

Hamburger Kunsthalle | 18. September 2015 bis 10. Februar 2016
Eröffnung: Donnerstag, 17. September 2015, 19 Uhr

NOLDE in Hamburg

Pressetext: Hamburger Kunsthalle | www.hamburger-kunsthalle.de
Kuratorin: Dr. Karin Schick

Nolde in Hamburg - Katalog

KATALOG | Nolde in Hamburg
Gebundenes Buch, Pappband,
200 Seiten,
316 farbige Abbildungen
Prestel Verlag
Sprache: Deutsch
22,5 x 28,0 cm

amazon-logo_100x70

Eine reich bebilderte Publikation mit wissenschaftlichen Texten, einem Verzeichnis des NoldeBestands der Hamburger Kunsthalle und einem Geleitwort von Helmut Schmidt begleitet die Ausstellung, die ausschließlich in der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist.

Regelmäßig besuchte Nolde Hamburg auf seinen Reisen. Von seinen verschiedenen Wohnsitzen im deutsch-dänischen Grenzgebiet aus war Hamburg für ihn die nächstgelegene Großstadt und eine wichtige Station auf dem Weg nach Berlin, wo er in den Wintermonaten lebte und arbeitete. Die pulsierende Hansestadt faszinierte Nolde: Im Februar und März 1910 wohnte er für mehrere Wochen direkt am Hafen und verarbeitete seine Eindrücke unmittelbar. In rascher Folge entstanden über 100 Werke, die nun erstmals fast vollständig am Ort ihrer Entstehung versammelt sind.

Nolde in Hamburg widmet sich aber auch weiteren Aspekten einer vielfältigen Beziehung. In der Hansestadt fühlte Nolde sich beheimatet, hier wurde ein Grundstein für seine Anerkennung und Karriere gelegt: Seit 1907 feierte er dort erste Ausstellungserfolge in Galerien, fand mit Persönlichkeiten wie Gustav und Luise Schiefler, Martha und Paul Rauert, Rosa Schapire, Gustav Pauli und Carl Georg Heise Freunde, Förderer und Sammler seiner Kunst und in der Kunsthalle einen dauerhaften Ort für sein Werk.

Das ihn tragende Netzwerk, das bis in die heutige Zeit nachwirkt, und die seit einem Jahrhundert anhaltende Wertschätzung seiner Kunst in Hamburg sind ebenfalls Themen der Ausstellung. In ihrer Konzentration auf einen Künstler und eine Stadt steht Nolde in Hamburg exemplarisch für die wachsende Anerkennung eines künstlerischen Œuvres und den Durchbruch der Moderne in Deutschland.

Die Ausstellung beleuchtet auch die Verfemung der Moderne im Nationalsozialismus und zeigt die Komplexität des Themas.


Bereits 2014 hat das Städel Museum Frankfurt in einer großen Retrospektive Noldes Verhältnis zur nationalsozialistischen Ideologie anhand von Forschungsergebnissen der letzten Jahre neu bewertet:

Emil_Nolde_Retrospektive_KatalogKATALOG | Emil Nolde. Retrospektive
Mit Beiträgen von Max Hollein, Felix Krämer, Christian Ring, Aya Soika und Bernhard Fulda

Leseprobe

Gebundenes Buch, Pappband mit Schutzumschlag,
298 Seiten,
332 farbige Abbildungen,
33 s/w Abbildungen
Verlag: Prestel Verlag (11. März 2014)
Sprache: Deutsch
23,0 x 28,0 cm

amazon-logo_100x70

In lockerer Chronologie folgt der Band immer wieder aufgenommenen Themen wie den Seestücken oder den Religiösen Bildern. Die Einbeziehung aller Werkphasen, vor allem des selten gezeigten Früh- und Spätwerkes, ermöglicht einen umfassenden Blick auf Noldes facettenreiches Lebenswerk.

Blickt man auf den Umgang mit Noldes Werk während der wechselvollen Geschichte der Hamburger Kunsthalle, wird deutlich, wie die Institution und deren Direktoren mit ihren unterschiedlichen Interessen und Überzeugungen die Rezeption des Künstlers nachhaltig mitbestimmten. Dauerhaften Niederschlag findet dieses Engagement im umfangreichen Nolde-Bestand der Hamburger Kunsthalle.

————-

Hamburger Kunsthalle | Galerie der Gegenwart | Glockengießerwall

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise [ Sammlungsbesuch inkl. Sonderausstellungen ]

Regulär 12 €
Ermäßigt 6 €
Familienkarte 18 €
Goldener Freitag  für Senioren ab 65 Jahren inkl. Kaffee-und-Kuchen-Angebot im Café  10 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Eintritt frei

————-

SOCIAL MEDIA anonym durch Einsatz des c't-Projektes Shariff