WOLF VOSTELL | Der ewige Widerstand gegen den Tod

2012 wäre der Künstler Wolf Vostell, einer der unruhigsten Geister des 20. Jahrhunderts, dessen inhaltliche Tiefe und Aktualität heute immer noch wirkt und dessen bildkünstlerische Manifestationen heute aktueller zu sein scheinen denn je, 80 Jahre alt geworden.

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Sein intermediales künstlerisches Werk hat die Bundesrepublik von den 1950er bis in die 1980er Jahre maßgeblich geprägt. Als Mitinitiator von Fluxuskonzerten und als Begründer des europäischen Happenings gehört er zu den wichtigsten Pionieren der Aktionkunst weltweit. Zuletzt 1992 ehrte die Stadt Köln Wolf Vostell mit einer Retrospektive seines Schaffens. Unter der künstlerischen Leitung seines Sohnes David Vostell entstand über diese Retrospektive der Dokumentarfilm VOSTELL 60 – RÜCKBLICK 92.

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VIDEO | Vostell 60 Rückblick 92, Vostell Retrospektive im Rheinland | TV-Bericht 1992

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Seit 1958 integrierte er Fernseher in seine Arbeiten und stellte mit die ersten Videos der Kunstgeschichte her. Unter der Maxime „Kunst = Leben“ reizte Vostell die Gegenüberstellung alltäglicher Welten des bürgerlichen Wohlstandes und des verdrängten Grauens von Krieg und Brutalität aus und fand dabei zu einer Ästhetik, die ihre Zeit geprägt und sich im Wiederaufgriff der 1990er Jahre als über seine Zeit hinaus relevant erwiesen hat.

BUCH | Dé-coll/age und Happening. Zum Werk von Wolf Vostell (1932-1998)

Gebundene Ausgabe
448 Seiten
114 S/W- und 24 Farbabbildungen
Sprache: Deutsch
16,6 x 12,4 x 2,8 cm

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Der vorliegende Band versammelt zehn Beiträge einer Tagung des Kunsthistorischen Instituts der Universität Kiel, die verschiedenen Aspekten und Werken Vostells nachgehen. Dabei wird der Intermedialität von Vostells Kunst durch kunsthistorische, literaturwissenschaftliche und medienästhetische Sichtweisen Rechnung getragen. Erstmalig wird die Werkgruppe der Knoblauch-Arbeiten wissenschaftlich untersucht und ein Katalog der Werke von Vostell in der Kieler Kunsthalle vorgelegt.

Mit Beiträgen von Mercedes Vostell, Klaus Gereon Beuckers, Jessica Wieczorek, Hans-Edwin Friedrich, Thekla Zell, Petra Maria Meyer, Gerald Schröder, Sandro Angelo Parrotta, Norbert M. Schmitz und Cornelius Hopp, herausgegeben von Klaus Gereon Beuckers.

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VIDEO | Wolf Vostell – Happening Fluxus [ WDR-Dokumentation Köln, 1968 ]

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Wolf Vostell (1932 – 1998)

www.vostell.de

zählt zu den Begründern und herausragenden Repräsentanten der europäischen Fluxus-Bewegung. Er ist einer der Pioniere der Aktions- und Videokunst, führte 1958 das erste Happening in Europa und 1961 das erste in Deutschland auf. Er war der erste bildende Künstler, der Fernseher oder Autoteile in Kunstwerke integrierte.  Bilder, Assemblagen, Environments, und Skulpturen Wolf Vostells sind oftmals mit TV-Geräten gestaltet. Meistens sind die TV-Geräte auf normales Programm eingestellt. Wolf Vostell bezieht so die Aktualität und das Zeitgeschehen in seine Werke mit ein. Wo immer auf der Welt sich ein Werk von Wolf Vostell mit TV befindet, wird in dem Werk durch das TV-Programm die Gegenwart reflektiert.

Seine Intention, die Kunst mit dem Leben zu verbinden („Kunst = Leben = Kunst“) wie auch seine ästhetischen Prinzipien übten einen starken Einfluss auf die internationale Entwicklung der Künste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.

BUCH Vostell ein Leben lang [ Eine Werkbiographie ]

BUCH | Vostell: ein Leben lang [ Eine Werkbiographie ]
Mercedes Vostell (Autor)

Gebundene Ausgabe
519 Seiten
Mit zahlreichen Farb- und SW-Fotos
Sprache: Deutsch
24,6 x 16,4 x 3 cm

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In dieser Werkbiographie erzählt Vostells Ehefrau und Gefährtin Mercedes von den knapp vierzig Jahren ihres gemeinsamen Lebens und Wirkens. Sie beschreibt, wie Vostell zu seinen künstlerischen Ausdrucksmitteln fand, gibt detallierte Einblicke in die Entstehung und Umsetzung von Happenings und anderen Aktionen und berichtet von Weggefährten wie Joseph Beuys, Nam June Paik, Jorge Luis Borges oder Salvador Dalí. Auf der Grundlage des Fluxus-Archivs im spanischen Malpartida, das Vostells umfangreiches Schaffen dokumentiert und bewahrt, werden die Stationen einer einzigartigen Künstlerexistenz akribisch nachgezeichnet und zu einem kunst- und zeitgeschichtlichen Panorama verdichtet.

 

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Das letzte große Triptychon, das Vostell vor seinem Tod gemalt hat, trägt den Titel „Shoa“ und verweist auf die Judenverfolgungen von 1492 und 1945. Die historische Dimension des Holocaust bringt er in den Kontext von Spanien, Amerika und Deutschland. Um dieses große Gemälde wurde 2007 in Bonn eine Ausstellung entwickelt, in der von frühen Anfängen bis zu seinen letzten Äußerungen sein Thema von Gewalt, Macht und Ohnmacht deutlich wurde.

Vostell befasste sich in seinem gesamten Lebenswerk immer wieder mit der Frage, warum und in welcher Qualität der Mensch Gewalt und Macht einsetzt, gegen sich selbst, gegen andere Menschen und auch gegen die Natur als Gesamtgeschöpf. Diesem Themenkomplex spürte er in den unterschiedlichsten Formen nach, bis zu seinem Tod 1998.

Infos auf wikipedia

| Wolf Vostell, Werke 1950er und 1960er Jahre (Auswahl)

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