AUGUST MACKE und FRANZ MARC: Eine Künstlerfreundschaft

Lenbachhaus, Kunstbau München | bis 03. Mai 2015

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August Macke, 1904 und Franz Marc, 1910

Rund 100 Jahre nach dem Tod von August Macke zeigt das Lenbachhaus in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn erstmals eine Ausstellung, die sich mit der Freundschaft von August Macke und Franz Marc und ihrem künstlerischen Austausch auseinandersetzt.

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Rund 200 Gemälde, Arbeiten auf Papier, kunstgewerbliche Objekte und private Dokumente führen Leben und Werk der beiden Künstler von 1910 bis 1914 vor Augen und verdeutlichen nicht nur, wie sich Macke und Marc gegenseitig inspirierten, sondern auch, wie eng und herzlich ihre Freundschaft war.

Am 6. Januar 1910 besuchte Macke zum ersten Mal Marc in seinem Münchener Atelier. Damit begann eine Freundschaft, die in menschlicher und künstlerischer Hinsicht eines der besonderen Ereignisse der Kunst des 20. Jahrhunderts ist. Ihr intensiver Austausch dauerte nur wenige Jahre, 1914 starb August Macke zu Beginn des Ersten Weltkriegs. 1916 wurde auch Franz Marc ein Opfer des Krieges.

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Kunstmuseum Bonn | 25.09.2014 - 04.01.2015
Lenbachhaus, Kunstbau München | bis 03. Mai 2015

AUGUST MACKE und FRANZ MARC

Pressetext: Lenbachhaus | www.lenbachhaus.de

Die Ausstellung verfolgt in verschiedenen Sektionen die Entwicklung der beiden Künstler ab 1910 mit den ersten Begegnungen in Sindelsdorf, Tegernsee und Bonn, den farbtheoretischen Diskussionen und der Arbeit am ›Blauen Reiter‹.

Macke hatte seine Ansichten über die konstruktive und dynamische Wirkung der Farben vor allem in Gesprächen und Briefwechseln mit Franz Marc reflektiert. Aber auch Marc partizipierte an der neuen Freundschaft Mackes und entwickelte seinerseits in den berühmten Tierbildern die Farbakkorde, die als Zeichen für das Geistige der Dinge stehen.“ [Sprengel Museum, Hannover]

Der Blick auf gemeinsame Reisen, gegenseitige Besuche und Geschenke sowie auf kunstgewerbliche Arbeiten zeigt auch, welch wichtige Rolle die Ehefrauen der Künstler, Elisabeth Macke und Maria Marc, in dieser Freundschaft spielten. In Mackes Bonner Atelier malten die beiden Künstler 1912 schließlich zusammen das Wandbild Paradies als Dokument ihrer Verbundenheit.

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August Macke und Franz Marc, Paradies, 1912, Ausschnitt
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster

„Die Darstellung von Adam und Eva im Garten Eden sowohl als Metapher als auch Erzählung und die künstlerische Suche nach dem (verlorenen) Paradies sind programmatische Charakteristika für das Werk beider Maler: Körper und Geist, Mensch und Tier, Abstraktion und Realismus vereinen sich hier zu einem utopischen Denkbild. Marc und Macke führen uns in diesem Gemeinschaftswerk die Symbiose von Kreatur und Natur in ausschließlich weich geschwungenen Formen vor. Tiere und Landschaft sind formal und farblich in vollkommener Weise analogisiert.“ [ Jean Marie Carey Blog Lenbachhaus ]

Ausführlich zeigt die Ausstellung, wie Macke und Marc Anregungen des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Abstraktion verarbeiteten. Daraus entfalteten sie ihre jeweils eigene Kunst, deren Entwicklung die Ausstellung bis zu den letzten Bildern des Jahres 1914 darstellt, als die Katastrophe des Kriegs ihrem Leben und Werk ein jähes Ende setzte.

KATALOG - August Macke und Franz Marc - Eine Künstlerfreundschaft

KATALOG | August Macke und Franz Marc: Eine Künstlerfreundschaft

Gebundene Ausgabe
360 Seiten
Hatje Cantz Verlag
Sprache: Deutsch
25 x 3,8 x 29,7 cm

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Der Katalog führt Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher, Objekte und andere Dokumente der gegensätzlichen Persönlichkeiten zusammen und zeigt, wie sie einander in ihrem Schaffen inspirierten. Während der sieben Jahre jüngere Macke sinnlich und spontan die sichtbare Welt im Blick hatte, suchte der tastende Marc mit hohem theoretischem Anspruch die spirituelle Einheit des Seins im Bild.

Trotz gedanklicher und kulturpolitischer Differenzen prägte tiefe gegenseitige Zuneigung die gemeinsame Arbeit der Künstlerfreunde etwa an Ausstellungen des Blauen Reiter oder ihr Gespräch über Fauvismus, Kubismus, Futurismus und das Schaffen ihrer Zeitgenossen. Ausstellung: Kunstmuseum Bonn 25.9.2014 4.1.2015 | Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München 28.1. 3.5.2015

„Beide Maler unternahmen zahlreiche Reisen, um Museen zu besuchen oder andere Künstler zu treffen, darunter 1912 in Paris etwa Robert Delaunay, dessen Serie der Fenêtres sie tief beeindruckte und inspirierte. Sie beteiligten sich an künstlerischen Debatten und stießen selbst Diskussionen an, beispielsweise zu traditionellen Farbtheorien oder einer neuen, gegenstandslosen Kunst.

Gemeinsam organisierten sie Ausstellungen wie 1913 mit Herwarth Walden den Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin, der als größte Präsentation der internationalen Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg großes Aufsehen erregte. Bei ihren Aktivitäten, etwa für die Künstlergruppe Blauer Reiter, aber auch in ihren Briefen begaben sie sich auf die klärende Suche nach ihrem individuellen künstlerischen Standort.

So ergibt sich das Bild einer Künstlerfreundschaft, die für beide Maler trotz Differenzen in künstlerischen oder kulturpolitischen Fragen für die Entwicklung des eigenen Werkes essenziell war — für den Augenmenschen August Macke, der sich ganz auf die sichtbare Welt bezog, der im »Durchfreuen der Natur« das Gesehene zu strahlenden Farbklängen verwandelte, wie für den Theoretiker Franz Marc, der nach spiritueller Durchdringung der Welt strebte, dessen (Tier-)Bilder als Symbole einer hinter den Dingen liegenden geistigen Wahrheit lesbar sind.“ [ Stefanie Gommel, Hatje Cantz Verlag ]

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VIDEO | Bayrischer Rundfunk

Bernd Zimmer (* 6. November 1948 in Planegg bei München), 
ein deutscher Maler und ein Vertreter der Neuen Wilden, 
im Dialog mit der Künstlerfreundschaft Macke/Marc.

Die Freundschaft zwischen Franz Marc (1880 1916) und August Macke (1887 1914) war für beide Maler essentiell und für die Kunst ihrer Zeit eine Bereicherung. Vier Jahre währte ihre enge Verbundenheit, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh beendet wurde.

Beide Künstler waren zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens noch sehr jung, Macke war gerade 23, Marc knapp 30 Jahre alt. Obwohl August Macke in seiner Spontaneität und Direktheit und Franz Marc in seinem reflektierten Vorgehen und seiner Nachdenklichkeit ihrem Wesen nach kaum unterschiedlicher hätten sein können und trotz aller Differenzen in künstlerischen und kulturpolitischen Fragen, wurde ihre tiefe Freundschaft davon nicht berührt. Wenn Marc in seinem berühmten Nachruf auf Macke den Verlust für die Kunst präzise benennt, so ist er doch vor allem ein Dokument des Schmerzes über den Tod des jungen Freundes.

»Gewiß ahnt das Deutschland von heute nicht, was alles es diesem jungen, toten Maler schon verdankt, wieviel er gewirkt und wieviel ihm geglückt ist. Alles, was seine geschickten Hände anfaßten und wer ihm nahe kam, wurde lebendig, jede Materie und am meisten die Menschen, die er magisch in den Bann seiner Ideen zog. Wie viel verdanken wir Maler in Deutschland ihm! Was er nach außen gesät, wird noch Frucht tragen und wir, als seine Freunde, wollen sorgen, daß sie nicht heimlich bleibt.« (Franz Marc in seinem Nachruf auf August Macke, 1914)

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AUDIO | DRadio | 30.09.2014
Ausstellung Franz Marc und August Macke in Bonn – Stefan Koldehoff im Gespräch
Autor: Dina Netz, 05:04 Minuten

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Die Sammlungen des Lenbachhauses München und des Kunstmuseums Bonn bilden den Ausgangspunkt für diese umfassende Schau. Macke verbrachte den größten Teil seines Lebens in Bonn, Marc ist der einzige geborene ‚Münchner‘ aus dem Kreis des ›Blauen Reiter‹, von dem das Lenbachhaus die weltweit bedeutendste Sammlung besitzt. Zahlreiche Leihgaben nationaler und internationaler Museen und Privatsammlungen ergänzen die Schau mit wichtigen Leihgaben.

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Städtische Galerie im Lenbachhaus, Luisenstraße 33, 80333 München

Öffnungszeiten

Di — So, 10 — 21 Uhr
An allen Feiertagen (Faschingsdienstag, Karfreitag, Ostermontag und 1. Mai) geöffnet.
Letzter Einlass in die Sonderausstellung ist um 20 Uhr.

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