KANDINSKY, MARC & DER BLAUE REITER

Fondation Beyeler, Riehen b. Basel | bis 22. Januar 2016

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August Macke, Grosse Promenade: Leute im Garten (Predigtamtskandidat), 1914, 
Öl auf Leinwand Franz Marc Museum, Kochel am See, Leihgabe aus Privatbesitz

Die Ausstellung der Fondation Beyeler widmet sich einem der faszinierendsten Kapitel in der Geschichte der Kunst, das unter dem Namen »Der Blaue Reiter« Berühmtheit erlangte und exemplarisch für einen zentralen Aspekt in der Entwicklung der modernen Kunst steht.


Vor dem 1. Weltkrieg, zwischen 1908 und 1914, machte sich im liberalen kulturellen Klima Münchens eine internationale Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern daran, die Kunst grundlegend zu reformieren. Ihr Ziel war die Befreiung der Farbe vom Zwang, etwas darstellen zu müssen, die Befreiung der Linie von der Kontur und die der Fläche von der Illusion der Gegenständlichkeit.

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Es sollte nicht mehr um die Abbildung der sichtbaren Wirklichkeit gehen, sondern um die Verbildlichung geistiger Inhalte: ein Wendepunkt in der abendländischen Kunstauffassung, der Generationen von Malern prägte – bis heute.

Die Münchner Ausstellung im Jahr 1911 und die gleichnamige Künstlerbewegung generierten ein neues, revolutionäres Kunsterlebnis. Ausgehend von den Werken Wassily Kandinskys in der Sammlung Beyeler wird dem Publikum ein Einblick in die Arbeit einer Gruppe avantgardistischer Künstler gegeben, deren Offenheit und Internationalität durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurden.

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Fondation Beyeler, Riehen/Basel | bis 22. Januar 2016

KANDINSKY, MARC & DER BLAUE REITER

Pressetext: Fondation Beyeler | www.fondationbeyeler.ch

In dieser Ausstellung sind über 90 Werke aus bedeutenden internationalen Museen und Privatsammlungen zu sehen, darunter selten ausgestellte Meisterwerke aus den USA und Russland. Mit einer Auswahl von mehr als 30 Werken wird in einem eigens dafür eingerichteten Raum der Almanach vorgestellt.

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KATALOG | Kandinsky, Marc und der Blaue Reiter

Gebundene Ausgabe
188 Seiten
168 Abbildungen
Verlag: Hatje Cantz Verlag
Sprache: Deutsch
27,8 x 2,5 x 31,7 cm

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Die prächtig bebilderte Publikation widmet sich einem Thema, das eine damals revolutionäre Neubewertung der Künste in einem offenen Europa zeigt.

Wenige Jahre nur war München zu Beginn des 20. Jahrhunderts der ‚Hotspot‘ der künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Als wahrer Glücksfall für die Kunst erwies sich die Initiative des russischen Malers Wassily Kandinsky, gemeinsam mit Franz Marc die Redaktion des Almanachs Der Blaue Reiter zu gründen und eine Ausstellung gleichen Titels zu organisieren: ein programmatisches Unterfangen, das noch vor dem Ersten Weltkrieg die Moderne in Deutschland einläutete und international hohe Wellen schlug.

Die Namen der Protagonisten Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, August Macke und anderer klingen seither nach, die von ihnen initiierte Überführung der Malerei in eine vibrierende, transzendentale Farbigkeit und Abstraktion bildet ein wesentliches Kapitel der internationalen Kunstgeschichte.

Die führenden Köpfe waren Wassily Kandinsky und Franz Marc, die sich Anfang des Jahres 1911 kennenlernten. Beide Künstler waren Revolutionäre, die, teilweise heftigen Anfeindungen ausgesetzt, unbeirrt ihre Ideen verfolgten. Kandinskys legendäre Bilder, die seinen Weg in die Abstraktion markieren, sind ebenso zu erleben wie die pantheistischen Tierdarstellungen Franz Marcs.

Weitere Künstlerpersönlichkeiten, die mit Kandinsky und Marc in Verbindung standen und von denen Werke in der Ausstellung gezeigt werden, sind unter anderen Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und August Macke.

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Der Blaue Reiter: Die Künstler, ihr Leben, ihre Zeit

LESEPROBE

Paperback
Klappenbroschur
128 Seiten
98 farbige Abbildungen
56 s/w Abbildungen
Verlag: Prestel
Sprache: Deutsch
19,2 x 1,5 x 23,3 cm

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Der vorliegende Band wirft ein neues Licht auf die Künstlervereinigung: In spannenden Texten wird erklärt, warum die Bilder des Blauen Reiter im Kunstbetrieb für Furore sorgten, wer welche Rolle innerhalb der Gruppe hatte und wer wem das Herz brach. Neben zahlreichen Farbabbildungen von wichtigen Werken der Künstler lassen viele Fotografien die Zeit und Welt des Blauen Reiter wieder lebendig werden. Ein lustvoll-informatives Kunsterlebnis!

Der Almanach

»Der Blaue Reiter«, der zum Synonym für den Aufbruch in künstlerisches Neuland geworden ist, war ursprünglich der Titel des legendären Almanachs, einer Publikation, die Kandinsky und Marc 1912 herausgaben. In ihr wurden Texte und Bilder von verschiedenen Künstlern aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen versammelt.

Der Almanach war keine Programmschrift im engeren Sinn; allein die Zusammenstellung heterogener Werke der europäischen wie auch der aussereuropäischen Kunst, von sogenannter hoher Kunst und Volkskunst, war Programm genug. Der Almanach sollte die Notwendigkeit eines Epochenumbruchs der Künste zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentieren.

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Der Blaue Reiter – Den Almanach ansehen

Kandinsky und Marc waren davon überzeugt, dass nicht formale Faktoren massgeblich seien, sondern der Inhalt. Da sich Form und Stil unablässig ändern, ist für das Kunstschaffen die »innere Notwendigkeit« das alles entscheidende Kriterium. Dies zeigt sich vor allen Dingen in einer Befreiung der Farbe, die angeregt wurde durch die leuchtende Voralpenlandschaft südlich von München.

 


VIDEO | Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter | Kunscht! SWR 2016

PRESSESCHAU

Ein Fanal der Moderne

Maria Becker für die NZZ | Artikel lesen

Eine Ausstellung in der Fondation Beyeler zeigt mit einer exzellenten Auswahl von Bildern die Protagonisten der frühesten Moderne und stellt die Geschichte ihres Manifests vor.


Träumen von Pferden und Klängen

Andreas Kilb für die FAZ | Artikel lesen

Die Fondation Beyeler in Basel erzählt die wahre Geschichte des „Blauen Reiters“ und zeigt, wie sich die Geister an seiner Interpretation scheiden.


Im Rausch der Farben und Flächen

Hans-Dieter Fronz für die Stuttgarter Nachrichten | Artikel lesen

Die Künstlerbewegung des Blauen Reiters um Wassily Kandinsky und Franz Marc verwandelten München und Murnau in Hotspots der Moderne.


 

FONDATION BEYELER
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen / Basel

www.fondationbeyeler.ch

Öffnungszeiten: täglich 10—18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr
Das Museum ist an allen Sonn- und Feiertagen geöffnet.

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