OTTO DIX – Der Isenheimer Altar

Musée Unterlinden, Colmar | bis 30. Januar 2017

Otto Dix - Verkündigung ( 1950, Ausschnitt ), 
Privatsammlung, Christie’s Images Limited 2005 
(Cosimo Filippini, Adagp, Paris 2016)

Am 2. Dezember 2016 jährt sich der Geburtstag des herausragenden deutschen Malers und Grafikers Otto Dix (1891 – 1969) zum 125. Mal. Gleichzeitig sind genau 500 Jahre seit der Fertigstellung des Isenheimer Altars durch Mathias Grünewald vergangen, dem Herzstück des Musée Unterlinden in Colmar. Wie tiefgreifend das Werk des spätmittelalterlichen Malers Grünewald das Schaffen von Otto Dix geprägt hat, zeigt die aktuelle Ausstellung im Musée Unterlinden.


Anhand von 100 Gemälden und Zeichnungen, von denen zahlreiche aus Privatsammlungen stammen und hier zum ersten Mal gezeigt werden, belegt die Ausstellung, dass Dix zeitlebens von Grünewald fasziniert war und sich in seinem Schaffen immer wieder neu mit dessen ungeheurer, für seine Zeit revolutionärer Bildsprache beschäftigte.

Vor allem die Werke von Otto Dix, die während seiner Phase der inneren Emigration am Bodensee und nach dem 2. Weltkrieg entstanden sind, finden in der Colmarer Ausstellung ihren Raum. Sie sind bisher in Deutschland und Frankreich wenig bekannt und ergänzen das Bild, das wir uns heute vom Schaffen des Malers Otto Dix machen.

Die Ausstellung besitzt in Frankreich den Rang „von nationalem Interesse“.

Musée Unterlinden, Colmar | bis 30. Januar 2017

Otto Dix – Der Isenheimer Altar

Pressetext: Musée Unterlinden www.musee-unterlinden.com/de

Otto Dix wird der Neuen Sachlichkeit zugerechnet, einer Stilrichtung, bei der Szenen des Alltags realitätsgetreu und oft zynisch dargestellt werden. Den Ersten und den Zweiten Weltkrieg erlebte Dix als Soldat, was sich in vielen seiner Bilder zeigt, auf denen die Grausamkeiten des Krieges zu sehen sind.

1945 war Otto Dix Kriegsgefangener in Colmar. Spätestens hier sah er das bekannteste Werk des Musée Unterlinden: den 1512 bis 1516 von Grünewald gemalten Isenheimer Altar, der im Erdgeschoss des Museums zu sehen ist. Otto Dix bewunderte den Altar, denn er interessierte sich sehr für die Kunst des Mittelalters und der Renaissance und studierte deren Darstellungsweisen und Maltechniken.

KATALOG | Otto Dix – Der Isenheimer Altar / Otto Dix et le Retable d’Issenheim

Bibliothekseinband
264 Seiten
200 Abbildungen
Verlag: HAZAN
Sprachen: Deutsch, Französisch
23 x 2 x 28 cm

Der Isenheimer Altar, Meisterwerk der westlichen Kunstgeschichte, gilt seit seiner Wiederentdeckung im späten 19. Jahrhundert als Inspirationsquelle für viele Künstler wie zum Beispiel Arnold Böcklin, Pablo Picasso oder Adel Abdessemed. Keiner hat sich allerdings so andauernd auf den Altar bezogen wie Otto Dix (1891-1969).

Im Laufe seiner Karriere bildet Dix Grünewalds Tafeln nie einfach nach, sondern überträgt, interpretiert neu und übernimmt. Von einem Stil zum anderen, von einer Technik zur anderen bleibt der Einfluss des Isenheimer Altars präsent.

Die Ausstellung lädt dazu ein, dem Maler auf der Suche nach seinem Modell zu folgen, von seiner Ausbildung bis zu seinen Kriegserlebnissen, von seinem internationalen Erfolg bis zu seinem inneren Exil im Dritten Reich und schließlich von seiner Gefangenschaft in Colmar bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland.

VIDEO | „Otto Dix – Der Isenheimer Altar“ in Colmar [ Reportage des SWR ]


PRESSE

Biblisches vom großen Realisten

Brigitte Werneburg für die TAZ | Artikel lesen

„Dix ist kein gottesfürchtiger Künstler. Sein Christus ist weder historischer Jesus noch Gottessohn, sondern der hungernde, verletzte, gequälte, gefolterte und schließlich gemordete Mensch, der alleingelassen, beschädigt, die Unmenschlichkeit seiner Umwelt, insbesondere der staatlichen wie der religiösen Institutionen, bezeugt.“


Musée Unterlinden
Place Unterlinden
F-68000 Colmar ( In der Nähe von Freiburg )

Öffnungszeiten
Ganzjährig
Mo., Mi. 10–18 Uhr
Do. 10–20 Uhr
Fr.–So. 10–18 Uhr
Di. geschlossen

Feiertage
24.12.15 und 31.12.15 von 10–16 Uhr geöffnet
01.01, 01.05, 01.11, 25.12: geschlossen

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