Glanz und Elend in der Weimarer Republik – Von OTTO DIX bis JEANNE MAMMEN

Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 25. Februar 2018

Kurt Günther, Der Radionist (Kleinbürger am Radio), 1927, 
Tempera auf Holz, 55 x 49 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,
Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Klaus Göken, © VG Bild-Kunst, Bonn

Die Themenausstellung zur Kunst im Deutschland der Jahre 1918 bis 1933 vereint rund 200 Gemälde, Grafiken und Skulpturen von 62 bekannten sowie von bislang wenig beachteten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Max Beckmann, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Dodo, George Grosz, Carl Grossberg, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein, Alice Lex-Nerlinger, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Oskar Nerlinger, Franz Radziwill, Christian Schad, Rudolf Schlichter und Georg Scholz.


Im Fokus der Ausstellung steht das Unbehagen einer Epoche, das sich in den Motiven und Inhalten wie auch in einem breiten stilistischen Spektrum zeigt. Direkte, ironische, wütende, anklagende und oftmals auch prophetische Kunstwerke verdeutlichen den Kampf um die Demokratie und zeichnen das Bild einer Gesellschaft in der Krise und am Übergang.

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Schirn Kunsthalle, Frankfurt | bis 25. Februar 2018

Glanz und Elend in der Weimarer Republik

Von OTTO DIX bis JEANNE MAMMEN

Pressetext: Schirn Kunsthalle, Frankfurt
Kuratorin: Ingrid Pfeiffer

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KATALOG | Glanz und Elend in der Weimarer Republik

LESEPROBE

Gebundene Ausgabe
300 Seiten
ca. 260 Abbildungen
Verlag: Hirmer
Sprache: Deutsch
24,2 x 2,7 x 29,4 cm

Essays, Künstlerbiografien und eine Chronologie zur Weimarer Republik.

EINE GESELLSCHAFT IM SPIEGEL IHRER ZEIT

Soziale Spannungen, politische Kämpfe, gesellschaftliche Umbrüche, aber auch künstlerische Revolutionen und Neuerungen charakterisieren die Weimarer Republik.

In einer großen Themenausstellung wirft die Schirn Kunsthalle Frankfurt ab dem 27. Oktober 2017 einen Blick auf die Kunst im Deutschland der Jahre 1918 bis 1933.

Direkte, ironische, wütende, anklagende und oftmals auch prophetische Werke verdeutlichen den Kampf um die Demokratie und zeichnen das Bild einer Gesellschaft in der Krise und am Übergang. Die Probleme der Zeit bewegten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zu einer Spiegelung der Wirklichkeit und des Alltags, auf der Suche nach einem neuen Realismus oder „Naturalismus“.

Mit individueller Handschrift hielten sie die Geschichten ihrer Zeitgenossen einprägsam fest: Die Verarbeitung des Ersten Weltkriegs mit Darstellungen von versehrten Soldaten und von „Kriegsgewinnlern“, die Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Großstadt mit ihrer Vergnügungsindustrie und die zunehmende Prostitution, die politischen Unruhen und wirtschaftlichen Abgründe werden ebenso verhandelt wie das Rollenbild der Neuen Frau, die Debatten um die Paragrafen 175 und 218 – Homosexualität und Abtreibung –, die sozialen Veränderungen durch die Industrialisierung oder die wachsende Begeisterung für den Sport.

In der Zusammenschau entsteht ein eindrückliches Panorama einer Zeit, die auch 100 Jahre nach ihrem Beginn an Aktualität und Diskussionspotenzial nicht verloren hat.

VIDEO | Ausstellungsfilm der Frankfurter Schirn

Im Fokus der Ausstellung steht das Unbehagen der Epoche, das sich in den Motiven und Inhalten wie auch in einem breiten stilistischen Spektrum zeigt. In thematischen Räumen führt sie Darstellungen und Szenen aus Berlin, Dresden, Leipzig, Rostock, Stuttgart, Karlsruhe, München und Hannover zusammen, die bislang eher getrennt voneinander betrachtet wurden.

Die Schirn vereint in dieser Ausstellung rund 200 Gemälde, Grafiken und Skulpturen von 62 bekannten sowie von bislang wenig beachteten Künstlerinnen und Künstlern, darunter Max Beckmann, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Dodo, Conrad Felixmüller, George Grosz, Carl Grossberg, Hans und Lea Grundig, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein, Alice Lex-Nerlinger, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Oskar Nerlinger, Franz Radziwill, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz und Richard Ziegler.

Historische Filme, Zeitschriften, Plakate und Fotografien liefern darüber hinaus Hintergrundinformationen.

Für die Präsentation konnte die Schirn bedeutende Leihgaben aus zahlreichen deutschen und internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen gewinnen, u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art und der Neuen Galerie in New York, dem Museo Thyssen-Bornemisza Madrid, dem Museum Moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien, der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, dem Sprengel Museum Hannover, dem Kunstmuseum Stuttgart, dem Folkwang Museum Essen und der Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf.


 

Otto Dix - Dame mit Nerz und Schleier, 1920
VG Bild-Kunst, Bonn 2017, 
Judy and Michael Steinhardt Collection, New York
PRESSESCHAU

Eine Gesellschaft in der Zerreißprobe

Rudolf Schmitz für Deutschlandfunk Kultur | Artikel lesen

„Hier geht es nicht um die „Goldenen Zwanziger Jahre“. Auch nicht um die Neue Sachlichkeit und ihre kapriziösen Meisterleistungen. Sondern um Wahrhaftigkeit in der Schilderung des Sozialen, um die ungeschminkte Darstellung der Weimarer Gesellschaft. Es sind wütende Bilder, sarkastisch, ironisch, anklagend, prophetisch.“

„Ich glaube, Künstler sind so etwas wie Seismografen einer Gesellschaft. Sie spüren die unterschwelligen Spannungen, sie spüren natürlich auch die offensichtlichen, damals war das Inflation, Massenarbeitslosigkeit, schlimme soziale Zustände. Die Künstler spiegeln die Für und Wider gleichermaßen, man sieht den Kampf um Freiheit, um Demokratie, um Aufklärung, um viele Werte, an denen wir heute noch festhalten und wieder festhalten wollen und müssen, für die wir uns neu engagieren müssen. Und ich glaube, das ist die Botschaft der Ausstellung.“ [ Ingrid Pfeiffer, die Kuratorin der Frankfurter Ausstellung ]

Das Trauma des Ersten Weltkriegs

Christian Thomas für die Frankfurter Rundschau | Artikel lesen

„Das verführerische Wort von den „Goldenen Zwanzigern“ war stets schamlos, eine Beschönigung, ein Betrug. Aber vieles war ja Täuschung, war Betrug oder Selbstbetrug.

Denn Krise war eigentlich immer. Ferner die Katastrophe absehbar, wenn man den Visionen der Kunst Vertrauen schenkte. Von Anfang an war es das Hakenkreuz, mit dem sich die Feinde der Republik dekorierten, ob am Stahlhelm oder am Revers. Unübersehbar beherrscht es das Bild eines Horst Naumann, dessen „Weimarer Fasching“, der dominiert wird von einem Hakenkreuzler. In Naumanns Collage, mit Zeppelin, Reichspräsidenten und Tiller Girls, mit Banknoten, Massengrab und Gasmaskenkreatur: In dem Panoptikum von 1928/29 ist die Faschingsverkleidung zur brutalen Kenntlichkeit entstellt.“

Als die Zuhälter aussahen wie Adolf Hitler

Hans-Joachim Müller für die WELT | Artikel lesen

„Konnte man in der Weimarer Republik schon die Nazizeit vorausahnen? Gemälde aus den 1920ern zeigen eine düstere Zeit, voller Kriegsinvaliden, Hungerleider und Selbstmörder. Sie zeugen vom Unbehagen einer Epoche.“


 

SCHIRN KUNSTHALLE
Römerberg, 60311 Frankfurt

EINTRITT
12 €, ermäßigt 9 €,
freier Eintritt für Kinder unter 8 Jahren

ÖFFNUNGSZEITEN
Diens­tag, Frei­tag–Sonn­tag 10–19 Uhr
Mitt­woch+ Donners­tag 10–22 Uhr

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