ERNST LUDWIG KIRCHNER – Erträumte Reisen
Kirchner gehört zu den bekanntesten Malern des deutschen Expressionismus und zählt als Mitbegründer der Brücke-Gruppe am Anfang des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Künstlern. Durch das Leben und Werk des Malers zieht sich wie ein roter Faden seine Suche nach dem Exotischen und Ursprünglichen, nach anderen Ländern und Kulturen. Entstanden sind farbenprächtige Bilder aus der Fantasie, in denen er fremde Welten erschuf und doch seiner Lebensrealität stets verhaftet blieb. Anhand ausgewählter Stationen wie Dresden, Berlin, Fehmarn und Davos zeichnet die Ausstellung Kirchners Lebensweg und Schaffen nach. Die retrospektive Ausstellung mit mehr als 180 Kunstwerken veranschaulicht, wie er gesellschaftliche und künstlerische Einflüsse immer wieder neu verarbeitete und dabei auch persönlich und malerisch Neuland betrat.
Henri-Edmond CROSS | Farbe und Licht
Bei der Schau im Museum Barberini handelt es sich um die erste Retrospektive, die dem Künstler an einem Museum in Deutschland gewidmet ist. Die Ausstellung nimmt die gesamte Entwicklung seines künstlerischen Schaffens in den Blick und präsentiert seinen innovativen Umgang mit Farbe und Licht im erweiterten Kontext der Avantgarde seiner Zeit. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung Cross’ Interesse an anarchistischem Gedankengut und erörtert die sozialpolitische Dimension seiner gemalten Utopien.
Konstruktion der Welt | Kunst und Ökonomie
Von der Weimarer Republik über die USA bis hin zur Sowjetunion: Zwischen 1919 und 1939 entwickelten sich die visuellen Künste dieser drei Großmächte plötzlich analog. Die Kunstschau zeigt die Facetten des kritischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit erstmals im internationalen Vergleich. Dabei werden sowohl die künstlerischen Spuren der vorübergehenden Stabilisierung zwischen den Weltkriegen anschaulich gemacht, als auch das erneute Chaos, das 1929 durch die Weltwirtschaftskrise ausgelöst wurde. Der zweite Teil der Ausstellung ist dem 21. Jahrhundert gewidmet und reflektiert den Wandel des Arbeitsbegriffs.
FREIHEIT – Die Kunst der Novembergruppe
Von 1919 bis 1932 realisierte die Novembergruppe knapp 40 Ausstellungen, veröffentlichte Publikationen und veranstaltete Konzerte, Lesungen, Feste und Kostümbälle. So wurde die Gruppe auf vielen Ebenen zur Kunstvermittlerin der Moderne und sorgte für Gesprächsstoff und heftigen Streit. Mit 119 Werken von 69 Künstler*innen, darunter 48 Gemälde, 14 Skulpturen, 12 Architekturmodelle und -zeichnungen wird mit dieser allerersten umfassenden Überblicksschau der 100. Geburtstag, der bekanntesten unbekannten Kreativgemeinschaft in dramatischen Zeiten, gefeiert.
FLORENZ und seine Maler: GIOTTO bis DA VINCI
Mit rund 120 Meisterwerken präsentiert die Ausstellung die bahnbrechenden künstlerischen Innovationen am Geburtsort der Renaissance. Eine umfassende Auswahl herausragender Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen führt in das Zeitalter der Medici und zeigt die Entwicklung der neuzeitlichen Kunst von ihren Anfängen mit Giottos Wirken bis hin zu den Schöpfungen von Leonardo da Vinci. Im Fokus der Präsentation stehen die Ideenwelt und Arbeitsweise der Maler. Mit neuem Selbstbewusstsein erforschten sie die Wirklichkeit und suchten nach den Gesetzen von Harmonie und Schönheit, sie zeichneten nach der Natur und studierten die Werke der Antike. Die Ausstellung eröffnet detaillierte Einblicke in die Arbeitsmethoden der Florentiner Maler und erläutert die engen Zusammenhänge von technischem und stilistischem Wandel.
Italienische MALEREI der 1920er Jahre | Unheimlich REAL
Die große Herbst-/Winterausstellung „Unheimlich real“ präsentiert in Essen mehr als 80 Gemälde des Magischen Realismus, einer in Deutschland noch nahezu unbekannten Kunstbewegung im Italien der 1920er Jahre. Herausragende Werke wichtiger Protagonisten wie Felice Casorati, Antonio Donghi und Ubaldo Oppi sind ebenso in der Schau vertreten wie die einflussreichen Gemälde von Giorgio de Chirico und Carlo Carrà. Damit findet erstmalig in Deutschland eine umfangreiche Präsentation dieser Werke statt, die Besucher_innen können eine Stilrichtung der Klassischen Moderne neu entdecken. Der Begriff „Magischer Realismus“, vom Kunsthistoriker Franz Roh 1925 geprägt, beschreibt diese rätselhafte Atmosphäre, in welcher die Dinge in der Schwebe bleiben: „Mit ‚magisch‘ im Gegensatz zu ‚mystisch‘ sollte angedeutet sein, dass das Geheimnis nicht in die dargestellte Welt eingeht, sondern sich hinter ihr zurückhält.“
CLAUDE MONET Retrospektive
Die erste umfassende Präsentation von Claude Monet (1840–1926) seit über 20 Jahren in Österreich. Die Ausstellung spannt den Bogen von seinen ersten vorimpressionistischen Werken bis hin zu seinen allerletzten Gemälden, die in seinem Garten in Giverny entstanden sind. Die Retrospektive ist mit 100 Gemälden von über 40 Leihgebern bestückt. Dem bislang wenig untersuchten Farbkonzept und Claude Monets leidenschaftlicher Auseinandersetzung mit der Pflanzen- und Wasserwelt im Garten seines Landhauses in Giverny widmet sich die Albertina in einer großen, monografischen Ausstellung.
Pieter BRUEGEL – Der Ältere
2019 jährt sich der Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren (um 1525/30 – 1569) zum 450. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Kunsthistorische Museum Wien diesem bedeutendsten niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts die weltweit erste große monographische Ausstellung. Es ist ein einzigartiges Zusammentreffen, das in der Ausstellung „Bruegel“ in Wien stattfindet. Denn rund die Hälfte aller Werke von Pieter Bruegel d. Ä. sind zu sehen. Weltweit werden dem Künstler ca. 40 Gemälde, 60 Zeichnungen und 80 Grafiken zugeschrieben. Ein kleines Wunder ist dieses Gipfeltreffen der Meisterwerke. Denn viele der internationalen Leihgaben reisen aufgrund ihres hohen Alters und ihrer Fragilität nur sehr selten. Zahlreiche Werke verlassen für die Ausstellung „Bruegel“ zum allerersten Mal ihre Heimatorte.
BALTHUS – Meister der Stille
Balthus, mit vollem Namen Balthasar Klossowski de Rola (1908–2001), zählt zu den letzten grossen Meistern der Kunst des 20. Jahrhunderts und zu den meist diskutierten Künstlern der Moderne. Die Fondation Beyeler widmet ihm eine retrospektiv angelegte Ausstellung, die rund 40 bedeutende Gemälde aus sämtlichen Schaffensphasen vereint und Balthus‘ vieldeutige Bildwelt reflektiert. In seinen ebenso ruhevollen wie spannungsreichen Werken treffen Gegensätze zusammen, die Wirklichkeit und Traum, Erotik und Unbefangenheit, Sachlichkeit und Rätselhaftigkeit sowie Vertrautes und Unheimliches auf einzigartige Weise verbinden.
Florentina PAKOSTA
In Kooperation mit der Albertina, Wien, stellt das Sprengel Museum Hannover das Werk der österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta anlässlich ihres 85. Geburtstages in einer umfangreichen Retrospektive vor. Von Beginn an ist ihr Werk politisch und gesellschaftlich engagiert und reagiert vor allem auf die Diskriminierung von Frauen. Anders als bei den meisten Vertreterinnen der feministischen Avantgarde ist aber nicht der weibliche Körper ihr Thema, sondern der weibliche Blick auf den männlichen Körper in seinem sozialen Kontext.
Jörg IMMENDORFF: Für alle Lieben in der Welt
Die Ausstellung schlägt den vollständigen Bogen von Immendorffs Anfängen an der Akademie über die gesellschaftspolitisch-agitatorische Werkphase der 1960er bis frühen 1980er-Jahre hin zu den allegorisch verschlüsselten Gemälden der letzten Schaffensperiode. Statt streng der Chronologie zu folgen, sind die nahezu 200 Werke und Skulpturen in dieser Retrospektive in Kapitel gegliedert und zeigen so die entscheidenden Schwerpunkte der Werkentwicklung.
Robert DELAUNAY und Paris
Die bislang umfangreichste Ausstellung zu Robert Delaunay (1885–1941) in der Schweiz ist eine Hommage an seine Geburtsstadt Paris. Sie zeigt, wie der leidenschaftliche Verfechter und Vertreter der abstrakten Kunst zu einer zentralen Figur der Pariser Avantgarde in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde. Anhand von rund 80 Gemälden, Arbeiten auf Papier, Filmen und Fotografien, die seine Lieblingsthemen – Luftfahrt, Sport und den Einsatz von Farbe in der Kunst – beleuchten, führt die Schau Sie in Delaunays Kunst und sein künstlerisches Milieu ein.
WANDERLUST | Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir
Der Ausstellung in der Alten Nationalgalerie Berlin liegt die Idee vom Wandern als authentische Erfahrung, als identitätsstiftende Praktik zugrunde, mit der sich die Landschaftsmalerei grundlegend erneuerte. Es sind Kunstwerke vorwiegend des 19., aber auch des frühen 20. Jahrhunderts zu sehen. Mit Rousseaus Parole „Zurück zur Natur!“ und Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung wird das Wandern um 1800 zum Ausdruck eines modernen Lebensgefühls. Angesichts der rasanten gesellschaftlichen Umbrüche seit der Französischen Revolution entwickelt sich in einer Gegenbewegung eine neue Form der entschleunigten Selbst- und Welterkenntnis, die bis heute nachwirkt.
ARNO RINK. Ich Male!
Mit rund 65 Gemälden, zahlreichen großformatigen Zeichnungen sowie biographischen Fotografien und Dokumenten veranschaulicht die als Retrospektive angelegte Ausstellung den künstlerischen Kosmos von Arno Rink (1940- 2017). Die Ausstellung, an deren Vorbereitung Arno Rink selbst noch mitgearbeitet hat, versucht einen tieferen und persönlicheren Einblick in sein künstlerisches Schaffen zu ermöglichen als es bisher möglich war.
PICASSO 1932 – Liebe, Ruhm, Tragödie
45 Jahre nach dem Tod des Künstlers zeigt die Tate Modern erstmals eine Einzelausstellung von Pablo Picassos Werk, eine der ambitioniertesten Ausstellungen in der Geschichte des Museums. Picasso 1932 – Liebe, Ruhm, Tragödie nimmt die Besucher mit auf eine monatliche Reise durch das Jahr 1932, eine Zeit, die in Picassos Leben und Werk so entscheidend ist, dass sie sein „Jahr der Wunder“ genannt wird. Mehr als 100 herausragende Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier demonstrieren seinen fruchtbaren und unermüdlichen Erfindungsreichtum, der den Menschen und den Künstler in seiner ganzen Komplexität und Fülle enthüllt.
ANTON CORBIJN – The Living and the Dead
Das Hamburger Bucerius Kunst Forum widmet Anton Corbijn (geb. 1955), dem niederländischen Photographen und Filmemacher eine Ausstellung, die anhand seiner Arbeit an der Schnittstelle von freier und angewandter Photographie der Frage nachspüren will, wann Fotografie Kunst wird. Im Mittelpunkt der Schau steht die am stärksten autobiographische Serie des Künstlers, a. somebody, aus dem Jahr 2002, in der er sich in die Rolle verstorbener Rockstars von John Lennon bis Kurt Cobain hineinversetzt (und die auch einige bisher unveröffentlichte Aufnahmen enthält). Gezeigt werden rund 120 Arbeiten Corbijns aus 40 Schaffensjahren, darunter etwa 20 bisher unveröffentlichte Fotografien. Die Ausstellung stellt den meist im Auftrag entstandenen Musikerporträts rund 40 freie Arbeiten des Künstlers gegenüber.
PAUL KLEE – Konstruktion des Geheimnisses
„Konstruktion des Geheimnisses“ ist die erste große Sonderausstellung zum Werk von Paul Klee in der Pinakothek der Moderne. Sie wird den umfangreichen Münchner Bestand zusammen mit über 120 Leihgaben aus bedeutenden Klee-Sammlungen in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan präsentieren. Die Ausstellung zeigt die ungebrochene Aktualität von Klees Werk, das sich den existentiellen Konflikten des modernen Menschen widmet. Die Kunstschau findet in Kooperation mit dem Franz Marc Museum in Kochel am See statt. Dort werden parallel „Paul Klee. Landschaften“ ausgestellt.
STREET. LIFE. PHOTOGRAPHIE
Der „urban space“ – die unmittelbar erfahrbare städtische Lebenswelt – ist ein schillerndes Sujet innerhalb fotografischer Bildwelten. Die Ausstellung beleuchtet im Rahmen der 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018 eines der spannendsten Themen der Fotografie im 20. und 21. Jahrhundert: die Street Photography und umfasst 52 fotografische Positionen mit über 320 Werken. Klassiker wie Diane Arbus, Robert Frank, Lee Friedlander, William Klein und Martin Parr werden in der Ausstellung gemeinsam mit jungen internationalen Positionen wie Maciej Dakowicz, Mohamed Bourouissa, Ahn Jun, Doug Rickard und Harri Pälviranta präsentiert.
Neue Gärten! GARTENKUNST zwischen Jugendstil und Moderne
Die Ausstellung „Neue Gärten – Gartenkunst zwischen Jugendstil und Moderne“ in der Liebermann-Villa zeigt die Ursprünge der Gartenreformbewegung und ihre Auswirkung auf die Gartenkunst um 1900. Mit ausgewählten Gemälden, Plänen und Dokumenten macht sie den Liebermann-Garten als herausragendes Beispiel dieser Kunst erkennbar. Um 1900 wandelten sich Kunst und Architektur grundlegend. Mit der Geburt des Reformgartens manifestiert sich dies auch in Gärten und Parks. Bekannte Architekten wie Joseph Maria Olbrich oder Peter Behrens widmeten sich der architektonischen Gartengestaltung. Maler wie Max Liebermann und Emil Nolde porträtierten ihre eigenen Gärten.
THOMAS GAINSBOROUGH – Die moderne Landschaft
Erstmals in Deutschland widmet die Kunsthalle dem englischen Künstler eine große Ausstellung. Mit rund 80 Werken verspricht sie eine große Entdeckung dieses herausragenden Malers für das deutsche Publikum. Die Ausstellung knüpft an eine lange Tradition der Hamburger Kunsthalle an, die seit dem Zyklus Kunst um 1800 des ehemaligen Direktors Werner Hofmann immer wieder die Zeit des Umbruchs um 1800 als Beginn der Moderne in den Fokus rückt. Ergänzend zu der deutschen Romantik, die in der Sammlung der Kunsthalle stark vertreten ist, und der französischen Kunst dieser Zeit, stellt die Schau mit Gainsborough England als weiteres Zentrum der europäischen Landschaftsmalerei vor.
PETER PAUL RUBENS – Kraft der Verwandlung
Die zuvor in Wien gezeigte prachtvolle Kunstschau wartet mit zahlreichen internationalen Leihgaben auf und thematisiert einen bisher wenig beachteten Aspekt in Rubens’ Schaffensprozess: Sie zeigt, wie tief er in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein etwa fünfzigjähriges Schaffen prägte. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen durch den direkten Vergleich nun im Detail nachvollziehen.
Karl SCHMIDT-ROTTLUFF: Expressiv, Magisch, Fremd
Zum ersten Mal untersucht die Ausstellung die Faszination Karl Schmidt-Rottluffs für außereuropäische Kunst und Kultgegenstände und seine Rezeption der magischen Kraft dieser Objekte. Immer wieder stellte er afrikanische und ozeanische Masken und Skulpturen in seinen Werken dar und adaptierte deren spezifische magische Ausdruckskraft. Die Ausstellung zeigt Plastiken, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik und setzt diese in einen Dialog mit Objekten aus der Sammlung afrikanischer und ozeanischer Kunst aus dem Nachlass des Künstlers.
BASQUIAT. Boom for Real
Jean-Michel Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Mehr als 30 Jahre nach seiner letzten Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Werk des US-amerikanischen Künstlers eine große Ausstellung. In über 100 Werken wird erstmals Basquiats Beziehung zu Musik, Texten, Film und Fernsehen seiner Zeit in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang deutlich.
FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970er Jahre
Mit Werken von mehr als 30 Künstlerinnen zeigt das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in einer umfassenden Ausstellung einen Überblick über die Anfänge der internationalen feministischen Kunstbewegung. Anhand von über 150 Arbeiten aus der SAMMLUNG VERBUND, Wien zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen in den 1970er Jahren zum ersten Mal in der Kunstgeschichte kollektiv ein eigenes „Bild der Frau“ kreieren.